Coca-Cola & Co.

Marken werden für Anti-AfD-Plakate missbraucht

13. Dezember 2018 - 20:00 Uhr

Die Plakate sind nicht echt

Zuerst taucht ein Anti-AfD-Plakat von Coca-Cola auf. "Für eine besinnliche Zeit: Sag' Nein zur AfD!" ist auf das Plakat gedruckt. Dazu ein Weihnachtsmann mit zwei Flaschen des Brauseherstellers und das Logo. Auf Twitter löst das Plakat sofort Spekulationen aus: echt oder Fake? Kurz darauf ist klar: Die Plakate sind nicht echt. Auch andere Marken werden für eine Anti-AfD-Botschaft genutzt. Die Partei selber schlägt ebenfalls zurück.

#AfDentskalender sorgt für politischen Zündstoff

Die Alternative für Deutschland (oder Sympathisanten) reagieren auf die Aktion mit einem eigenen Plakat. Ganz in der Nähe der Parteizentrale stellen sie eine Fake-Werbung von Coca-Cola-Konkurrent Pepsi auf. "Für eine besinnliche Zeit: Sag ja zur AfD!" steht hier.

Gestern dann ein weiteres gefälschtes Fake-Anti-AfD-Plakat. Dieses Mal muss Nutella dran glauben. Auf dem Plakat in der Nähe der Berliner Gedächtniskirche steht: "Lieber braun auf's Brot als braun im Kopf"! Hinter den Plakaten steckt wohl die Initiative "#AfDentskalender". Diese wird von Aktivisten aus Berlin organisiert, die sich laut Website "gegen den aktuellen Rechtsruck" einsetzen. "Unternehmen haben durch Lobbyarbeit großen Einfluss auf die Politik und andersherum", schreibt die Initiative. "Motiviert Firmen und Marken durch kreative, öffentliche Aktionen dazu, Stellung zu beziehen", fordern Macher die Internetnutzer zur Nachahmung auf.

Das sagen Coca-Cola, Nutella und Pepsi

Was sagen aber die Beteiligten zu der Guerilla-Werbung? Die Alternative für Deutschland will trotz mehrfacher RTL-Nachfrage keinen Kommentar abgeben. Die benutzten Unternehmen dagegen schon. Der Getränkeriese Pepsi wehrt sich gegen die Nutzung. "Wir distanzieren uns ausdrücklich von dieser parteipolitischen Vereinnahmung und prüfen rechtliche Schritte", schreibt das Unternehmen in den sozialen Netzwerken.

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Coca-Cola und Nutella sind sauer

Coca-Cola-Kommunikationschef Patrick Kammerer sieht das anders. Er schreibt auf Twitter: "Nicht jeder Fake muss falsch sein." Eine Unternehmenssprecherin möchte das aber nicht so stehen lassen. "Auch wenn unser Unternehmen zu vielen gesellschaftlichen Themen Position bezieht, äußern wir uns nicht zu parteipolitischen Fragen", sagte sie dem Onlineportal Horizont.net. Auch Ferrero, zu dem Nutella gehört, geht laut Horizont.net auf Distanz zum Plakat in Berlin.

Was ist Guerilla-Werbung?

Das Coca-Cola-Fake-Plakat gegen die AfD in Berlin
Holidays are coming: Das Coca-Cola-Fake-Plakat gegen die AfD in Berlin
© Facebook

Immer häufiger kam es in den letzten Jahren zu sogenannten Guerilla-Aktionen. Dabei geht es vor allem um den Überraschungseffekt. Die Unternehmen und Organisationen wollen durch untypische Werbung Aufmerksamkeit der Kunden gewinnen. Guerilla-Werbung ist zwar meist lokal begrenzt, schafft es durch das Internet aber oft zu einer hohen Bekanntheit.

Die Guerilla-Aktionen in Berlin sollen noch – typisch für einen Adventskalender – bis Heiligabend gehen. Bis dahin können also noch viele Marken ungewollt zu Anti-AfD-Botschaftern werden. Die bisherigen Plakate wurden aber alle abgeräumt, die Spuren verwischt.