2015 M11 23 - 13:08 Uhr

Keine "Safety Check"-Funktion für Beirut

Weltweit haben sich Menschen beschwert, dass der "Safety Check" nur für die Pariser Anschläge angeboten wurde. Denn auch Beirut wurde vergangene Woche von verheerenden Anschlägen getroffen. Nun lenkt Mark Zuckerberg ein.

Am Donnerstag, den 12. November, ein Tag vor den verheerenden Anschlägen von Paris, wurde Beirut, auch als "Paris des Nahen Ostens" bezeichnet, von einem IS-Doppelanschlag getroffen, in dessen Folge bisher 43 Todesopfer zu beklagen sind. In der libanesischen Hauptstadt hatten sich am Donnerstagabend zwei Anhänger des Islamischen Staates im Abstand von nur fünf Minuten in die Luft gesprengt.

Aber im Gegensatz zu den Anschlägen in Paris nahm in der westlichen Welt kaum jemand Notiz von diesem Anschlag. Und die Tatsache, dass facebook für Paris die ursprünglich für Naturkatastrophen vorgesehene "Safety Check"-Funktion freischaltete, diese aber einen Tag zuvor nicht für Beirut zur Verfügung stellte, stieß dem libanesischen Blogger Joey Ayoub auf. Ebenso wenig werde man weltweit mit Solidaritätsbekundungen in sozialen Medien und von staatlichen Repräsentanten bedacht, beklagt er sich und stellt enttäuscht fest: "Mein Körper interessiert die Welt nicht."

Proteste auf Mark Zuckerbergs Profilbild

Safety Funktion facebook
Über die "Safety Funktion" von facebook können Nutzer in Krisensituationen angeben, dass sie in Sicherheit sind. (Bild: facebook)

Auch bei facebook selbst beschwerten sich die Nutzer unter dem in die französischen Nationalfarben eingefärbten Profil-Bild von facebook-Chef Mark Zuckerberg, dass andere Krisen und Regionen nicht berücksichtigt würden. Außerdem forderten die Nutzer Zuckerberg auf, auch eine Einfärbe-Funktion mit der libanesischen Flagge zur Verfügung zu stellen.

Unter diesem Posting kündigte Zuckerberg nun an, dass zumindest die "Safety Check"-Funktion in Zukunft auch in anderen Regionen der Welt für Humankatastrophen wie zum Beispiel Attentate und Anschläge freigeschaltet werde.

Wenn der "Safety Check" für eine Region aktiviert wird, kann der Nutzer auf direktem Weg signalisieren, dass er in Sicherheit ist, indem er auf einen schon im Sperrbildschirm angebotenen Button klickt. Über die Angabe des Heimatortes, die letzten Check-ins beziehungsweise den Ort, an dem man das Internet benutzt, entscheidet eine Software, ob man den "Safety Check" im Krisenfall angeboten bekommt.