Jetzt meldet sich Grosjeans Frau

"Es bedurfte nicht eines Wunders, sondern mehrerer"

Marion Jolles Grosjean ist seit 12 Jahren die Frau an Romains Seite
© Imago Sportfotodienst

30. November 2020 - 17:17 Uhr

Ein riesen Schock für die ganze Familie

Was muss es für ein Gefühl sein, wenn man zusehen muss, wie sein Ehemann mit 221 km/h frontal in eine Leitplanke rast und das Auto plötzlich in Flammen aufgeht?

Die 27 Sekunden, in denen Romain Grosjean in seinem Feuer-Wrack gefangen war, müssen für seine Ehefrau Marion die längsten Sekunden ihres Lebens gewesen sein.

Bewegende Worte nach Feuer-Crash

Es war wohl einer der schlimmsten Momente ihres Lebens: Am Sonntag beim Grand Prix in Bahrain musste Marion Jolles Grosjean mit ansehen, wie ihr Ehemann kurz nach dem Start in die Leitplanke krachte und sein Wagen in Flammen aufging. Wenige Stunden nach dem schrecklichen Unfall von Romain meldet sie sich in den sozialen Medien zu Wort.

"Glücklicherweise retten die Liebesschilde die Superhelden."

Und weiter schreibt sie:

"Vielen Dank an unsere Kinder, die ihn aus dem Inferno hinausgetrieben haben. Dank seines Mutes, seiner Entschlossenheit, seiner Kraft, seiner Liebe, seiner körperlichen Ertüchtigung, die ihn wahrscheinlich auch am Leben gehalten hat. Es bedurfte nicht eines Wunders, sondern mehrerer gestern. Ich liebe euch."

Eine filmreife Liebesgeschichte

Seit über zwölf Jahren (acht davon verheiratet) ist sie die Frau an seiner Seite. Marion begleitet ihn zu seinen Rennen, gibt ihm Halt und steht immer bedingungslos hinter ihm. Die Geschichte der beiden gleicht einer filmreifen "Lovestory".

Grosjean und Jolles lernten sich 2006 bei einer Motorsport-Gala kennen. Sie war damals vergeben, fünf Jahre älter und lebte in Paris meilenweit entfernt von seiner Heimatstadt Genf. Bei ihm funkte es sofort: "Ein Kollege hat sie an diesem Abend nach ihrer Telefonnummer gefragt. Ich wäre fast verrückt geworden vor Eifersucht", erzählte Grosjean der Motorsport. Erst zwei Jahre später sah er Marion erneut wieder, ließ aber nochmal sechs Monate ins Land gehen. "Ich habe einfach zu viel Bammel gehabt, mit ihr etwas trinken zu gehen."

Sie wollte eigentlich "niemals einen Rennfahrer"

Formel 1 - Grand Prix in der Toskana
Formel 1 - Grand Prix in der Toskana 2020
© Imago Sportfotodienst

Doch er biss bei Marion zunächst auf Granit: "Denn ich habe immer gesagt: 'Niemals einen Rennfahrer. Das war für mich eine ethische Grenze'." Und deswegen nutzte Grosjean 2010 das Ende seiner ersten Formel-1-Karriere bei Renault, um Genf zu verlassen und zu ihr nach Paris zu ziehen. Er setzte alles auf eine Karte: "Die Welt war zusammengebrochen. Ich hatte nur das Abitur und keine berufliche Zukunft. Ich stieg einfach mit dem Rucksack in den Zug", berichtet er.

Für den Ehering: Grosjean versetzte seine Armbanduhren

Für die TV-Moderatorin war das nie ein Problem – sie hätte ihn auch als Mechaniker oder Koch genauso geliebt. Doch nachdem Grosjean sich ein paar Jahre lang mit Gelegenheitjobs durchschlug, ging er doch wieder zurück zum Motorsport, auch weil das Konto leer war.

Um seiner Marion den für den Heiratsantrag passenden Ring zu kaufen und ein Abendessen im Pariser Luxushotel George V. bezahlen zu können, versetzte er eine wertvolle Sammlung von Armbanduhren. Marion erinnert sich im Interview mit der Motorsport: "Genau dort hatte ich drei Jahre zuvor zu ihm gesagt: 'Das wird nie etwas mit uns. Du bist Schweizer, Rennfahrer und vier Jahre jünger!'".

Doch es hat trotzdem geklappt. Mittlerweile haben sie drei gemeinsame Kinder und sind seit über zwölf Jahren glücklich.

Hier das Video zu dem Crash