Marilou Denley liebte den Todesschützen von Las Vegas: "Ein gütiger, fürsorglicher und ruhiger Mann"

05. Oktober 2017 - 13:48 Uhr

Stephen Paddock feuerte aus dem Hotelzimmer auf wehrlose Konzertbesucher

Der grausame Massenmord des 64-jährigen Stephen Paddock in Las Vegas löst weltweit Fassungslosigkeit aus. Er hatte 58 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt, bevor er seinem eigenen Leben ein Ende setzte. Die quälende Frage nach dem 'Warum' bleibt aber unbeantwortet. 

"Ich wäre niemals darauf gekommen, dass er Gewalt gegenüber irgendeinem Menschen plante"

Vor der Bluttat hatte Stephen Paddock offenbar seiner Freundin, der 62-jährigen Marilou Danley, eine Reise auf die Philippinen geschenkt. Inzwischen ist die ehemalige Casino-Hostess in die USA zurückgekehrt und wurde mehrstündigen Verhören unterzogen. Sie gibt sich völlig ahnungslos.
Danley ließ über ihren Anwalt erklären: "Ich kannte Stephen Paddock als gütigen, fürsorglichen und ruhigen Mann, ich habe ihn geliebt." Zu ihrem Aufenthalt im Ausland während der Tat sagte sie, Paddock habe ihr ein Flugticket zum Besuch ihrer Familie geschenkt. Das löste bei ihr allerdings einen ganz anderen Verdacht aus: "Als er mir erst die Reise und einen Batzen Geld geschenkt hat, dachte ich, er würde mit mir Schluss machen. Ich wäre niemals darauf gekommen, dass er Gewalt gegenüber irgendeinem Menschen plante."
Der in Las Vegas zuständige Bezirkssheriff Joseph Lombardo kommentierte Danleys Angaben nicht. Er zeigte sich aber überzeugt, dass der Todesschütze irgendwann Hilfe gehabt haben müsse. Er verwies unter anderem darauf, dass der 64-Jährige im Laufe der vergangenen Jahre ein riesiges Waffenarsenal angelegt und die Tat über längere Zeit akribisch vorbereitet habe.

Donald Trump: Paddock "ist ein sehr kranker, verrückter Mann"

US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania reisten am Mittwoch nach Las Vegas, um Angehörige der Opfer des Massenmordes bei einem Konzert zu treffen. Trump dankte den Ärzten, Ersthelfern und der Polizei. In Bezug auf Paddock sagte Trump: "Er ist ein sehr kranker, verrückter Mann."

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Stephen Paddock hatte Waffen umgerüstet

In dem Hotelzimmer des 64-Jährigen, der sich selbst erschossen hatte, bevor die Polizei das Zimmer stürmte, fanden die Ermittler 23 Waffen. "Alle Waffen hatte der Täter legal erworben, nur die beiden Sturmgewehre geben den Ermittlern Rätsel auf, weil die viel mehr Schüsse abgegeben haben als eigentlich üblich. Deshalb gehen Experten davon aus, dass er die Waffe zu einer vollautomatischen Militärwaffe umgerüstet hat", erklärt RTL-Reporterin Christina Endruschat. Mehr als 20 weitere Waffen stellte die Polizei in den zwei Häusern des Täters in Mesquite und in Reno sicher.

Diskussion über schärfere Waffengesetze entfacht

Nach dem Attentat entfachte in den USA erneut eine Diskussion wegen zu lockerer Waffengesetze, die so eine Tat möglich machen. Aus Protest verließen zwei Abgeordnete eine Schweigeminute im US-Kongress. Denn die dortige Mehrheit der Republikaner blockiert seit Jahren eine Verschärfung der Waffenrechte. Der Chef der demokratischen Minderheit im Senat, Chuck Schumer, forderte in einer Rede in der Kongresskammer "vernünftige Reformen". Man könne das Böse oder den Wahnsinn nicht von der Erde verbannen, sagte Schumer. "Aber wir müssen tun, was in unserer Macht steht, um unser Land zu einem sichereren Ort zu machen."

Trump erklärte: "Wir werden mit der Zeit über Waffengesetze sprechen." Der Republikaner hatte sich in der Vergangenheit - vor seiner Bewerbung ums Präsidentenamt - für "vernünftige begrenzte" Waffenkontrollmaßnahmen ausgesprochen. Dann schwenkte er aber um, wohl auch mit Blick auf die mächtige Waffenlobby-Organisation 'NRA'.