"Taten müssen folgen"

Reus & Rüdiger gehen voran: Fußball stemmt sich gegen Rassismus

Borussia Dortmund v Paris Saint-Germain - UEFA Champions League Round of 16: First Leg
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21. Februar 2020 - 18:58 Uhr

Antonio Rüdiger & Marco Reus gehen voran

Ein rassistisch motivierter Anschlag in Hanau, davor gleich mehrere rassistische Entgleisungen in Stadien. Der Fußball will ein deutliches Zeichen im Kampf gegen Fremdenhass setzen. Dabei gehen zwei Nationalspieler voran.

Rüdiger: Wer schweigt, ist Mittäter

"Taten müssen folgen! Alles andere hilft nichts", fordert Antonio Rüdiger, der für den FC Chelsea in England kickt. "Leute, die daneben sitzen, müssen endlich aufstehen und solche Sachen melden. Man sagt ja: Mitgehangen, mitgefangen. So sehe ich das auch", sagte Rüdiger. Man sei "Mittäter, wenn du schweigst". In Richtung der Verbände sagt er: "Es reicht nicht, nur immer Banner aufzuhängen oder die Kapitäne etwas vorlesen zu lassen. Es passiert einfach zu viel, es fängt auch schon in Deutschland an". Die Fälle Kwadwo und Jordan Torunarigha hätten ihn "sprachlos" gemacht. "Das sind arme Jungs, wirklich arme Jungs, die tun mir so leid. Ich stand mit beiden in Kontakt, als das passiert ist. Das macht mich einfach nur traurig."

Antonio Rüdiger
Antonio Rüdiger.
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Reus: Nichts ist so wichtig wie der Frieden

Nationalmannschafts-Kollege Reus sagte dem Portal 't-online': "Kein Tor, kein Sieg, kein Titel im Fußball bedeutet mir so viel wie eine offene und friedliche Gesellschaft." Der Fußball bezieht nach den Vorfällen der jüngeren Vergangenheit klar Stellung. Bayer Leverkusen drehte vor dem Spiel gegen den FC Porto, dessen Spieler Moussa Marega in der portugiesischen Liga rassistisch angefeindet worden war, einen Anti-Rassismus-Spot. Wegen der Tragödie von Hanau liefen alle deutschen Mannschaften am Donnerstag in der Europa League mit Trauerflor auf.

Goretzka: Mut, den Mund aufzumachen

Nationalspieler Leon Goretzka vom FC Bayern München sagte dem 'Spiegel': "Ich will ganz bewusst dazu aufrufen, dass man gegen Leute, die sich rassistisch äußern, vorgeht." Es wäre schon viel geholfen, "wenn sich jeder an der Nase packt und den Mut hat, den Mund aufzumachen". 

MAINZ, GERMANY - FEBRUARY 01: Leon Goretzka of Muenchen looks on prior to Bundesliga match between 1. FSV Mainz 05 and FC Bayern Muenchen at Opel Arena on February 01, 2020 in Mainz, Germany. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)
Leon Goretzka.
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DFB-Präsident Keller: "Täglicher Auftrag"

DFB-Präsident Fritz Keller zeigte sich angesichts der Gewalttat von Hanau "erschüttert und fassungslos". Das Verbrechen sei "die nächste eindringliche Mahnung, dass wir alle gegen Hass und Rassismus, gegen jede Form der Diskriminierung zusammenstehen müssen - ob auf der Stadiontribüne, auf der Straße oder im Internet". Das sei "unser täglicher Auftrag. Denn nur gemeinsam können wir verhindern, dass aus Worten irgendwann Taten erwachsen."

rtl.de/sid