Prozess vor Marburger Landgericht

18-Jähriger schüttelt Baby zu Tode - vier Jahre Haft

In Marburg wurde ein 18-Jähriger verurteilt, weil er ein Baby zu Tode schüttelte.
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21. Januar 2020 - 17:09 Uhr

Angeklagter soll Tod nicht billigend in Kauf genommen haben

Er schüttelte das sieben Wochen alte Baby seiner Freundin so heftig, dass es starb. Jetzt muss er in den Knast. Das Landgericht Marburg hat einen 18-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu vier Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Baby wurde 10 bis 15 Mal geschüttelt

Die Tat geschah Anfang 2019 in Marburg. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der damals 17-Jährige das schreiende Baby genommen, vor sich gehalten und 10 bis 15 Mal geschüttelt. Dadurch habe der Säugling Hirnverletzungen erlitten, die schließlich zum Tode führten. Der Jugendliche hatte während des Ermittlungsverfahrens die Tatumstände eingeräumt, das Geständnis später aber widerrufen, teilte das Gericht mit. Laut Urteil sei nicht davon auszugehen, dass der Angeklagte den Tod des Mädchens billigend in Kauf genommen habe. Deshalb sei er nicht wegen Totschlags mit Todesfolge verurteilt worden.

Der Prozess fand wegen des jungen Alters des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das bereits im November verhängte Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung haben Revision eingelegt.