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Marathonlesung erinnert an Bücherverbrennung

Esther Bejarano
Esther Bejarano, Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, in Hamburg. Photo: Axel Heimken/Archiv Foto: Axel Heimken © deutsche presse agentur

Mit einer Marathonlesung wollen Hamburger am Dienstag (15. Mai) an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten im Mai 1933 erinnern. Dort, wo vor 85 Jahren NS-Studentenorganisationen und Burschenschaften Bücher verbrannten, soll gegen das Vergessen gelesen werden. Am Platz der Bücherverbrennung am Kaiser-Friedrich-Ufer ist die zum 18. Mal stattfindende Lesung von 9 bis 18 Uhr geplant. Zu einer zweiten Eröffnung um 11 Uhr werden die KZ-Überlebende Esther Bejarano (93) und die Autorin Peggy Parnass (83) erwartet.

Die Initiatoren vom Arbeitskreis "Bücherverbrennung - nie wieder!" riefen die Hamburger in einer Mitteilung auf, "ein deutliches Lese-Zeichen gegen rechts" zu setzen. Sie erwarteten Teilnehmer aus Kunst, Kultur und Politik sowie viele andere. "Wir freuen uns, wenn viele Menschen vorbeikommen und selbst vorlesen: Ein Gedicht oder einen Text aus einem der verbrannten Bücher", betonten sie. Für Kurzentschlossene lägen ausgewählte Lesetexte bereit. "Einfach nur zuhören ist natürlich auch ausdrücklich erwünscht." Parnass und Bejarano waren beide auch dabei, als der Gedenkplatz 1985 eröffnet wurde.

Im Mai 1933 hatten Studenten- und Burschenschaften Bücher und Schriften in mehreren Universitätsstädten verbrannt. Die Deutsche Studentenschaft hatte zu einer "Aktion wider den undeutschen Geist" aufgerufen. Dabei wurden Werke unter anderen von Karl Marx, Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky und Erich Kästner verbrannt.


Quelle: DPA

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