Maodo Lo bei Alba angekommen: "Fühlt sich wahnsinnig gut an"

Große Anpassungsprobleme hatte Neuzugang Maodo Lo bei Alba Berlin nicht. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

24. September 2020 - 10:12 Uhr

Große Anpassungsprobleme hatte Neuzugang Maodo Lo bei Basketball-Bundesligist Alba Berlin nicht. "Ich komme von hierher. Also war es nichts, woran ich mich gewöhnen musste", sagte der gebürtige Berliner. Der 27-Jährige war im Sommer vom FC Bayern München in seine Heimat zurückgekehrt. "Das fühlt sich wahnsinnig gut an. Für seine Heimatstadt zu spielen, ist schon etwas krass besonderes", sagte er.

Maodo Lo ist jemand, der seine Heimatstadt liebt. So war für ihn die Rückkehr auch eine Herzensangelegenheit. Jeden Sommer verbrachte er in den letzten Jahren in Berlin. Im vergangenen Jahr musste Lo einen Schicksalsschlag verkraften, als sein Bruder Lamine starb. Auch deshalb war es dem Sohn der Künstlerin Elvira Bach wichtig, "dass ich wieder bei meiner Familie sein kann", sagte er.

Neben familiären waren aber sportliche Gründe ausschlaggebend für den Wechsel. "Hier wird so ein guter Basketball gespielt. Das passt", sagte der Nationalspieler. So war auch Trainer-Ikone Aito Garcia Reneses ein Grund für den Wechsel. "Ich lerne im Training mehr und mehr dazu. Es ist ein ganz anderes System, im Vergleich was ich bisher so gewöhnt war", berichtete er. Und Lo möchte aber schnell Teil des Kollektivs werden. "Das macht mir Spaß und ich lerne, wie ich mein Spiel in dieses System einbringen kann", sagte er.

Es mag überraschen, denn obwohl Lo in Berlin geboren wurde, hat er bisher nie für Alba gespielt. Das Basketballspielen lernte er bei den Central Hoops in Charlottenburg. Danach ging es gleich in die USA an die Columbia University in New York. 2016 kam er zurück nach Deutschland. Statt Berlin wurde es aber Bamberg. "Als ich aus dem College kam, war Bamberg die beste deutsche Mannschaft und die einzige, die in der Euroleague spielte. Und meine Ambitionen waren, in der Euroleague zu spielen", erklärte er.

Darauf folgten noch zwei Jahre in München. Alba-Manager Marco Baldi gestand, dass die Berliner ihn schon früher gerne gehabt hätten. Erst jetzt klappte es. Denn Alba spielt mittlerweile selbst Euroleague. "In diesem Sommer hat sich dann alles so herauskristallisiert", berichtete Lo. Zunächst hat der Aufbauspieler allerdings nur für ein Jahr unterschrieben. "In der Corona-Zeit ist es nicht verkehrt, etwas flexibler zu sein. Das letzte halbe Jahr hat ja gezeigt, wie schnell sich Dinge ändern können", sagte er. Er fügte aber hinzu: "Wenn es passt, kann ich mir auch vorstellen, länger zu bleiben."

Bei Alba trägt er jetzt die Nummer 0. Das war aber nicht seine erste Wahl. "Eigentlich ist die 12 meine Nummer", sagte Lo. Doch die trug einst Vereins-Legende Wendell Alexis und wird seitdem nicht mehr vergeben. Mit Bamberg und den Bayern konnte Lo schon Titel sammeln. Damit ist er der einzige im Team des Berliner Double-Siegers, der das Gefühl schon kennt, der Gejagte zu sein. "Gegner sind immer hochmotiviert gegen den Meister zu spielen. Ich kenne das nicht anders, das steckt mittlerweile schon in meiner DNA", sagte er.

Bisher lief es bei Alba in der Vorbereitung allerdings noch nicht rund. "Wir waren bisher noch nicht einmal komplett im Kader. Wir sind gerade noch dabei, die Systeme zu lernen. Da fehlt es momentan noch an allem. Vom Gefühl her sind wir immer noch am Anfang der Vorbereitungsphase", sagte er vor den beiden Testspielen am Donnerstagabend und Freitag gegen Olympiakos Piräus.

Am 1. Oktober startet die Euroleague bei Maccabi Tel Aviv. Sorgen macht sich Lo aber nicht. "Alba war immer eine Mannschaft, die ihren Rhythmus erst während der Saison gefunden hat. Zur Mitte und zum Ende haben sie ihren besten Basketball gespielt", sagte er.

Quelle: DPA