2018 M09 24 - 18:26 Uhr

"Wir sollten die Schuld bei uns suchen!"

Diese Bilder machen sprachlos! Ein Mantarochen schwimmt durch Unmengen von Müll, muss sich seinen Weg vorbei an Plastiktüten, Strohhalmen, Joghurtbechern und Co. bahnen. Die Taucherin, die die schockierenden Aufnahmen gemacht hat, findet: "Wir sollten die Schuld mehr bei uns suchen!"

Diese Bilder machen traurig

Beim Tauchgang einem Mantarochen zu begegnen, gehört wohl zu den unvergesslichsten Momenten, die ein Mensch erleben kann. Doch die Schönheit des majestätischen Tieres wurde für die Australierin Brooke Pyke von einer unfassbaren, menschengemachten Hässlichkeit überschattet. Denn statt schwerelos durch die Wassermassen zu gleiten, musste der Rochen, dem sie in der Manta Bay vor Bali, Indonesien begegnete, sich durch Müllmassen kämpfen.

Einwegbesteck, Tampons, Waschmittelverpackungen...

Der Rochen sucht zwischen dem Müll nach Nahrung.
Rochen filtern ihre Nahrung aus dem Wasser. Hier muss das Tier dabei jede Menge Müll schlucken.
© Facebook, Brooke Pyke/marinemegafaunafoundation.org

Die 26-Jährige erzählt dem "Daily Mirror", was sie dabei beobachtete: "Alles von Einwegbesteck über Tampons und Windeln bis hin zu Waschmittelverpackungen… was immer Ihnen einfällt, ich sah es." Das Schlimme daran: Rochen gehören zu den sogenannten Filtrierern. Sie filtern ihre Nahrung wie Plankton und kleine wirbellose Tiere aus dem Wasser – das gesichtete Tier musste also zwischen dem ganzen Müll seine Nahrung ausfindig machen.

"Ich sammelte Plastiktüten, Strohhalme und Becher aus dem Wasser, damit die Rochen sie nicht verschlucken. Aber da sie ihre Nahrung filtern, ist Mikroplastik das eigentliche Problem. Diese Plastikpartikel sind so klein, dass man sie gar nicht sehen kann", erklärt Brooke.

Nicht nur die Regierung und die Hersteller von Plastikverpackungen tragen Schuld

Brooke Pyke, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die "Marine Megafauna Foundation" tätig ist, tauchte mit einer Gruppe von Besuchern des Centers und schämte sich für die Müllmassen in der Bucht. "Als wir auftauchten, suchten meine Gäste direkt nach jemandem, dem man die Schuld geben kann und fragten, warum niemand etwas dagegen unternehme", erzählt sie. "Es ist so einfach, die Regierung, Hersteller und Firmen, die diese Produkte verkaufen, verantwortlich zu machen. Ich finde aber, wir sollten beginnen, mehr auf uns selbst zu gucken und darauf, wie wir selbst zu diesem Problem beitragen."

Ein Einzelfall sind die Bilder von Brooke Pyke leider nicht. Auch die Aufnahmen im folgenden Video zeigen den schockierenden Zustand unserer Meere. Sie wurden ebenfalls von einem Taucher in der Nähe von Bali gemacht.

Wie kommt so viel Müll ins Meer?

Wegen der Regensaison wurde der Müll von den Stränden und aus Flüssen in die Bucht gespült. Wenn Menschen also Strände und Umwelt sauber halten und ihren eigenen Plastikverbrauch minimieren, ist schon mal ein großer Schritt in Richtung saubere Meere getan!