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Mannheim: Andauernde Aufräumarbeiten sorgen für Verspätungen

Mannheim: Andauernde Aufräumarbeiten sorgen für Verspätungen

Mannheim: Andauernde Aufräumarbeiten sorgen für Verspätungen
Tonnenschwere Kräne sollen die umgestürzten Waggons wieder auf die Gleise hieven.
dpa, Uwe Anspach

Bergung schwieriger als geplant

In Mannheim dauern die Aufräumarbeiten nach dem Zugunglück weiter an und sorgen für Verspätungen im Bahnverkehr. Nach der Freigabe des Unfallortes am Samstagabend gegen 18:30 Uhr wurden zunächst die umgekippten Container des Güterzuges aufgerichtet. Der Plan, die Waggons und die Lokomotive wieder in die Gleise zu setzen, mit den Containern zu beladen und auf ein Abstellgleis zu ziehen, scheiterte jedoch an einer beschädigten Verankerung. Deshalb mussten die Container mit Lastwagen abtransportiert werden.

Am Morgen konnten dann die Lok des Eurocity und die transportfähigen Waggons beider Züge weggezogen werden. Danach unterbrachen die Einsatzkräfte ihre Arbeit, um eine Pause einlegen zu können. Ab 13 Uhr soll dann der Abtransport der Güterzuglock vorbereitet werden. Auch drei entgleiste Waggons des Eurocity, darunter die zwei umgekippten Wagen, sollen noch heute mit Hilfe von tonnenschweren Kränen auf die Gleise gehievt werden. Für die Arbeiten müssten aber zunächst Oberleitungen beiseite geräumt werden. Ziel sei es, die Strecke noch am Sonntag wieder freizukriegen, erklärte eine Sprecherin der Bahn. Vor dem Nachmittag werde man die Wracks aber nicht beiseitegeschafft haben.

Unfallursache immer noch unklar

Parallel sind Experten weiterhin auf der Suche nach der Unfallursache. Spezialisten der Bundespolizei und der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes untersuchten den Unglücksort. Auch das niederländische Unternehmen des involvierten Güterzuges, ERS Railways, plant eigene Fachleute nach Mannheim zu entsenden. Die Experten beschäftigt unter anderem die Frage, warum der Güterzug den Eurocity seitlich rammte und ob dabei eine Weiche eine Rolle spielte.

Durch die andauernden Aufräumarbeiten am Bahnhof, einem zentralen Knotenpunkt im Fernverkehr, kommt es weiterhin zu Verspätungen. "Der Verkehr rollt, aber mit Einschränkungen", sagte eine Bahnsprecherin. Insgesamt seien nur sieben von zehn Gleisen voll befahrbar. Diese Einschränkung habe vor allem Auswirkungen auf die Durchfahrt nach Osten zur Schnellfahrtstrecke. "Für die ICE-Züge bedeutet das: Sie werden weiter umgeleitet und haben eine Verspätung von fünf bis sechs Minuten", so die Sprecherin.

Nach dem geplanten Abtransport beider Züge wird die Arbeit für die Bahn und die Bundespolizei jedoch noch weitergehen. Laut einer Polizeisprecherin müssen das Gleisbett untersucht und elektronische Daten ausgewertet werden. Die Bahn plant nach dem Abtransport zunächst eine Inventur. "Wir müssen die Gleise, die Leitungen und die Signaltechnik überprüfen", so eine Sprecherin. Erst danach sei eine Einschätzung möglich, wie es am Bahnhof Mannheim weitergehen könne. "Erst einmal muss alles weg, dann sehen wir weiter".