Kieler täuschte eigenen Tod in der Ostsee vor

Ehering verrät Millionenbetrüger

Festnahme des Versicherungsbetrügers
© dpa, HannoverReporter.de, bra

18. Mai 2020 - 12:55 Uhr

Versteck statt Tod in der Ostsee

Der Fall liest sich wie ein Krimi: Bereits im Oktober soll der Kieler Christoph H. seinen Tod in der Ostsee vorgetäuscht haben, um Versicherungen zu betrügen. Monate später zerrten Polizisten ihn hinter Kisten hervor. Wie jetzt bekannt wurde, wurde ihm ein kleines Detail zum Verhängnis: Sein Ehering.

Sein Ehering wird ihm zum Verhängnis

Zwei Stunden suchen Polizisten am 7. Mai in einer alten Stadtvilla im niedersächsischen Schwarmstedt nach einem mutmaßlichen Betrüger. Dann leuchtet ein Beamter auf dem Dachboden mit seiner Taschenlampe herum. "Er hat dabei ein Aufblitzen gesehen", sagt ein Ermittler der Kieler Polizei. "Beim genauen Hinsehen hat der Kollege erkannt, dass es ein Ehering an einer Hand war." Wenige Augenblicke später nehmen Polizisten den 52 Jahre alten Kieler fest. In einer Ecke hockend, hinter Kartons auf dem Dachboden seiner Mutter taucht der Norddeutsche sieben Monate nach seinem vermeintlichen Ertrinken in der Ostsee wieder auf.

Video: Hier wird der Versicherungsbetrüger festgenommen

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Millionenbetrugs

Nach der Festnahme des 52-Jährigen ermittelt jetzt die Kieler Staatsanwaltschaft gegen ihn. Der Vorwurf: mehrfach versuchter Betrug. "Bereits 2018 sind für den Beschuldigten gut ein Dutzend Lebens- und Unfallversicherungen bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften abgeschlossen worden", sagt Oberstaatsanwalt Axel Bieler. Die Gesamtsumme liege bei mehr als 4,1 Millionen Euro. "Wir waren relativ schnell der Auffassung, dass hier lediglich der Tod vorgetäuscht worden ist, um die Versicherungssumme zu kassieren." Sie sollte im Todesfall an Frau und Mutter ausgezahlt werden.