Weil er nicht Vater werden wollte

Mann soll Komplizen beauftragt haben, seine schwangere Freundin zu misshandeln

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14. Januar 2021 - 9:22 Uhr

Grausame Tat in Hamburg

Die Polizei Hamburg hat einen 26-jährigen Mann verhaftet, der mithilfe mindestens eines Komplizen seine 17-jährige Freundin misshandelt lassen haben soll. Nach derzeitigem Erkenntnisstand wollte er dadurch eine Fehlgeburt hervorrufen.

Im Herbst 2019 kam es zum ersten Überfall

Im Oktober 2019 ging Ahmad H. mit seiner damals schwangeren Freundin in einer Parkanlage in Hamburg-Billstedt spazieren. Kurz zuvor hatte sie ihm mitgeteilt, dass sie ein Kind von ihm erwarte. Nach Informationen der Polizei Hamburg telefonierte der 26-Jährige bei diesem Spaziergang kurz in vermutlich arabischer Sprache. Kurz darauf erschien ein Mann, der der 17-Jährigen ins Gesicht schlug, ihr scheinbar die Jacke über den Kopf zog und ihr mehrfach in den Bauch trat. Ahmad H. habe damals so getan, als verfolge er den flüchtenden Täter. Eine Anzeige wurde bei der Polizei nicht erstattet. Dem Kind im Bauch ist, damaligen Untersuchungen zufolge, nichts passiert.

Weitere Tat im achten Monat

Im April vergangenen Jahres kam es dann zu einem weiteren Überfall. Wieder telefonierte der 26-Jährige in einem Park in Hamburg, während er mit seiner mittlerweile im achten Monat schwangeren Freundin spazieren ging. Kurz darauf erschien wieder ein Mann, der sie schlug, ihr etwas ins Gesicht drückte und mehrmals brutal in den Bauch trat. Ahmad A. verständigte damals die Polizei mit den Angaben, dass sie Opfer eines Raubüberfalls geworden seien. Das schwangere Mädchen wurde ins Krankenhaus gebracht, in dem sie am nächsten Morgen mit einem Notkaiserschnitt ein gesundes Kind zur Welt brachte.

Polizei Hamburg: 26-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft

Holger Vehren, Sprecher der Polizei Hamburg teilt heute (13.01.) mit, dass die 17-Jährige im weiteren Verlauf der Vernehmungen erzählte, dass sie glaubte, auch Ahmad A. habe ihr während der Überfälle in den Bauch getreten. Es wird ein Kontakt- und Annäherungsverbot gegen den 26-Jährigen erwirkt. Kurz vor Weihnachten gestand er der Mutter seines Kindes, dass er die Überfälle inszeniert habe und dass er ihr etwas antun würde, wenn sie zur Polizei gehen würde. Sie meldete sich trotzdem bei der Polizei Hamburg, die Ahmad A. und einen Komplizen vor einigen Tagen verhaften konnte. Sie befinden sich jetzt in Untersuchungshaft und werden sich wegen Vortäuschens einer Straftat, gefährlicher Körperverletzung und versuchten Schwangerschaftsabbruchs vor Gericht verantworten müssen.