Als Wiedergutmachung für 30 Jahre Hausarbeit

Mann muss Ex-Frau 160.000 Euro Entschädigung zahlen

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27. Juni 2019 - 12:33 Uhr

Mit 60 Jahren zu alt für einen Job

Eine Hausfrau in Argentinien wurde nach fast 30 Jahren von ihrem Ehemann verlassen. Weil sie ihren erlernten Beruf nicht ausüben konnte, war sie nun finanziell ruiniert. Sie verklagte ihren Ex-Mann auf 160.000 Euro Entschädigung - und gewann.

Dieser Fall aus Argentinien sorgte für Wirbel

Ihr halbes Leben lang kümmerte sich eine 70-jährige Argentinierin um ihre Familie. Von 1982 bis 2009 war sie verheiratet und hat in dieser Zeit ausschließlich den Haushalt geschmissen und die Kinder großgezogen. Doch nach 27 Jahren reichte ihr Mann die Scheidung ein - ein absoluter finanzieller Ruin für die Frau! Denn in all den Jahren konnte sie nie ihren erlernten Beruf als Wirtschaftswissenschaftlerin nachgehen.

Zu alt und berufsunerfahren für den Arbeitsmarkt

Trotz Ausbildung und Studium war es für die damals 60-Jährige nach der Scheidung nicht mehr möglich, einen gut bezahlten Job zu finden. Daher griff die Frau zu einer ungewöhnlichen, aber raffinierten Taktik: Sie verklagte ihren Mann auf acht Millionen argentinische Pesos (umgerechnet circa 160.000 Euro) Entschädigung.

Ob dieser ungewöhnliche Fall auch in anderen Ländern Schule machen wird?

Und die bekam sie tatsächlich auch! Für argentinische Verhältnisse ist diese Summe extrem hoch. Doch die zuständige Richterin Victoria Famá sah den Geldbetrag als angemessene Entschädigung, weil die Frau keine Möglichkeit mehr hatte, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Richterin äußerte nach dem Urteil, dass eine solche Entschädigung zwar ungewöhnlich, aber auch angemessen sei.