Mann lässt sich von Anakonda fressen - spektakuläre Show oder Fake?

10. November 2014 - 11:14 Uhr

Spezialanzug soll Tierfilmer schützen

Hat sich Paul Rosolie wirklich von einer Anakonda fressen lassen? Normalerweise stehen Menschen nicht auf dem Speiseplan der Riesenschlangen. Doch der amerikanische Umweltaktivist und Tierfilmer soll möglicherweise mit Schweineblut nachgeholfen und lebend in den Bauch gelangt sein. Im Dezember soll der Bericht im TV ausgestrahlt werden. Spektakuläres Experiment oder nur PR?

Mann lässt sich von Schlange fressen
Der amerikanische Umweltaktivist und Tierfilmer Paul Rosolie

Ein spektakulärer Trailer soll einen Vorgeschmack auf das TV-Event geben. Gut verpackt in einem Schutzanzug will sich Paul Rosolie selbst der Schlange zum Fraß vorwerfen. 'Eaten Alive' heißt der Film dazu. Laut dem TV-Sender ist das Experiment geglückt. Doch Experten zweifeln daran: "Ich wette um alles, was ich habe, dass dieser Versuch niemals gelingen wird, niemals", sagt Jürgen Hergert von der Schlangenfarm Schladen.

Experten glauben: Alles nur Fake!

Das gefährliche Biest, wie es im Trailer heißt, frisst in der Natur in der Regel Krokodile und Hirsche. Und es heißt: Was einmal drin ist in so einer Schlange, kommt von selbst nicht wieder raus. Doch, so versichert Rosolie, die Schlange sei nicht zu Schaden gekommen, und er selbst scheint ebenfalls wohl auf. Ein weiteres Indiz, das Zweifel laut werden lässt: "Vollkommen absurd! Eine Würgeschlange packt zu, umschlingt seine Beute, erwürgt sie, bis wirklich keine Luft mehr da ist. Die Schlange will sicher sein, dass die Beute auch tot ist. Und erst dann wird sie versuchen, das Opfer zu verschlingen", erklärt Fernando Richter vom Zoo 'Welt der Reptilien'.

Paul Rosolie twitterte nun: "Seit jeher gehören Schlangen zu den gefürchtetsten Tieren der Welt. Sie wurden verfolgt, getötet, und man versuchte, sie auszurotten. Aber in den letzten 48 Stunden haben sich Tausende Menschen auf der ganzen Welt dafür eingesetzt, eine Schlange zu schützen."

Vielleicht geht es ihm also gar nicht um die eigene PR, sondern darum, auf das Schicksal der Schlangen aufmerksam zu machen. Das wäre zumindest wünschenswert. Auflösen will Paul Rosolie das Rätsel Anfang Dezember.