Mann sticht 20 Mal auf Freundin ein

Frau auf einem Spielplatz getötet

26. Juli 2019 - 22:42 Uhr

Mord direkt neben den spielenden Kindern

Es sind schreckliche Szenen, die die Bilder einer Überwachungskamera in Moskau zeigen. Eine Frau wird auf einer Sitzbank direkt neben einem Kinderspielplatz getötet. Mindestens 20 Mal sticht der Freund auf sie ein. Keiner der Anwesenden greift ein. Der Täter flüchtet zunächst, kann aber kurze Zeit später von der Polizei festgenommen werden. Warum er seine Freundin auf diese schreckliche Weise getötet hat, sagt er im Video.

Plötzlich sticht der Mann mit einem Messer mehrmals auf die Frau ein

Die Bilder zeigen, wie der Mann sich zunächst ziemlich ruhig der Frau nähert, die auf einer Bank sitzt. Er gesellt sich zu ihr. Dann beginnt er plötzlich auf die Frau einzustechen. Direkt neben den Kindern und Erwachsenen, die sich auf dem Spielplatz befinden. Auch als die Frau am Boden liegt, sticht der Freund noch weiter auf sie ein.

Der 38-Jährige wurde mittlerweile festgenommen. Dabei soll es sich um den ehemaligen Freund des Opfers handeln, bestätigte das Moskauer Innenministerium. Die Ermittler befragen immer noch Zeugen und Bekannte des Opfers.

Mildere Strafen für häusliche Gewalt in Moskau

In Russland wird nur selten über häusliche Gewalt in der Öffentlichkeit gesprochen. Ein umstrittenes Gesetz aus dem Jahr 2017 macht die Lage für Opfer nicht einfacher: Wer in Russland seine Frau, Kinder oder andere Angehörige verprügelt, muss zunächst lediglich mit einer Ordnungsstrafe rechnen. Eine härtere Strafe soll nur dann verhängt werden, wenn die Schläge mehr als einmal im Jahr vorkommen, Blutergüsse sichtbar sind oder Knochen brechen. Die Familie solle nicht wegen eines "Klapses" auseinandergerissen werden, argumentierte die Abgeordnete Jelena Misulina damals, die das Gesetz vorantrieb.

12.000 Frauen in Russland sterben an den Folgen der Gewalt

Nach offiziellen Angaben geschehen schätzungsweise rund 40 Prozent der Körperverletzungen in Russland innerhalb der eigenen vier Wände. Etwa 36.000 Frauen leiden demnach jeden Tag unter den Schlägen ihrer Männer, 26.000 Kinder werden täglich von ihren Eltern misshandelt. Knapp alle 40 Minuten kommt in Russland eine Frau durch häusliche Gewalt ums Leben. Insgesamt sterben deswegen pro Jahr etwa 12.000 Frauen an den Folgen der Gewalt. Statistiken einer Nichtregierungsorganisation zufolge werden rund 90 Prozent der Fälle überhaupt nicht bekannt.

Wenig Schutz für Opfer von häuslicher Gewalt

Selbst der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte Russland erst Anfang Juli aufgefordert, Opfer besser vor häuslicher Gewalt zu schützen. Hintergrund war der Fall einer Russin, die über Jahre von ihrem Ex-Partner misshandelt, bedroht und verfolgt wurde. Obwohl sich die Frau mehrfach an Polizei und Gerichte wandte, seien die Behörden untätig geblieben.​