Kleiner gelber Oldtimer

Hamburger fährt seit 50 Jahren das gleiche Auto

18. September 2020 - 17:57 Uhr

Er zieht viele Blicke auf sich

Bernd Bornemann strahlt über beide Ohren, wenn er von seinem kleinen gelben Oldtimer mit grünem Fleck auf den Türen erzählt. Noch wie vor 50 Jahren ist der Hamburger in sein DKW F91 verliebt und zieht viele Blicke auf sich, wenn er mit seinem Gefährt durch die Straßen von Wellingsbüttel cruist. Welche besondere Bedeutung der Hamburger zu seinem Auto hat, sehen Sie im Video.

Ein Kofferraum voller Erinnerungen

Schon damals, als Schüler, habe Bernd Bornemann mit seinem hellgelben DKW F91 Eindruck schinden können. Und auch heute winken ihm zumindest Oldtimer-Liebhaber auf der Straße zu. Der Hamburger aus Wellingsbüttel kennt seinen Wagen aus den 1970er Jahren schon länger als seine Frau. 50 Jahre begleitet er ihn auf seinem Weg, zugegebenermaßen nicht ohne zu meckern. "Ich liebe es, dass es etwas Besonderes ist, nicht, dass er so schwierig fährt", erzählt Bornemann. Doch es sind die Erlebnisse, die Bornemann mit seinem Wagen verbindet und ihn zu einem echten Unikat machen. "Da hat ungefähr jede Freundin drin gesessen", schmunzelt er. Auch seine jetzige Ehefrau.

"Keiner hatte so ein Auto"

So ein Cabrio war damals etwas Besonderes, ist sich der Autoliebhaber sicher. Und auch seine Frau Gabi Bornemann hat sich schon hinter das Steuer gesetzt. "Selber bin ich nur ein einziges Mal gefahren, um das überhaupt mal gemacht zu haben. Und es ist doch was ganz Anderes, als so ein normales Auto. Ohne Servolenkung, ohne Bremskraftverstärker." Und vor allem auch ohne Anschnaller, erzählt Gabi Bornemann. "Man sitzt da so und hat das Gefühl, man müsse mit abbremsen". Dafür aber versprüht der Oldtimer Charme, weiß das Ehepaar, das sich für das Hochzeitsbild im hellgelben Flitzer positioniert hat.

"Ich mag die Rundungen"

Der "gelbe" Hüpfer war nicht immer so gelb. Als Bernd Bornemann ihn mit 18 Jahren sein Eigentum nennen durfte, war er noch gold-braun. Der heute 68-Jährige überstrich ihn eigenständig in hellgelb-grün. Und auch sonst kümmerte sich der gelernte Chemiker immer selbst um anfallende Reparaturen wie etwa einen neuen Motor oder ein neues Handschuhfach. Wenn sein DKW mal wieder nicht starten will, was des Öfteren vorkomme, wenn mal wieder die Batterie versage, wisse sich der Hobby-Autobastler zu helfen. "Man kann sogar, wenn der Wagen irgendwie nicht mehr läuft, selbst anschieben und sich während des Rollens reinfallen lassen und dann die Kupplung kommen lassen. Und dann springt er ja auch an." Und wenn er dann mal fährt, macht er auch Eindruck, findet Bornemann. "Es hat ja diese eine Rundungen aus den 50er Jahren. Die Autos heute sind ja alle so ähnlich. Aber diese Rundungen von damals sind das, was ich schön finde."