Ende nach mehreren Stunden

Manila: Geiselnahme im Einkaufszentrum

02. März 2020 - 17:14 Uhr

Zähe Verhandlungen

In Manila hat ein bewaffneter Mann in einem Einkaufszentrum rund 30 Menschen als Geiseln genommen. Am Monatgmorgen hatte ein zunächst unbekannter Täter in dem Einkaufszentrum das Feuer auf Kunden und Mitarbeiter eröffnet und dabei eine Person verletzt. Die philippinische Polizei umstellte das Gebäude und verhandelt über Stunden mit dem Geiselnehmer. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Geiselgangster um einen ehemaligen Wachmann der Shopping-Mall. Nach zehn Stunden gab der Ex-Mitarbeiter auf und ließ seine Geiseln frei.

Schüsse am Morgen

Die Geiselnahme begann gegen 10 Uhr Ortszeit in der "V-Mall" in San Juan, einem Vorort von Manila. Zeugen berichteten, von Schüssen die aus dem Einkaufszentrum zu hören waren. Hunderte Besucher und Angestellte konnten danach in Sicherheit gebracht werden, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Geiselnehmer drohte, neben einer Pistole, auch mit einer Granate bewaffnet zu sein. Auf Bildern war zu sehen, wie Militärpolizisten anrückten und in das Gebäude vordrangen. Das Einkaufszentrum wurde weiträumig abgeriegelt. Die Polizei rief die Menschen auf, sich aus der Gegend fernzuhalten. Bei den rund Geiseln, die in einem Büro festgehalten wurden, soll es sich um Angestellte gehandelt haben.

Motiv: Kündigung

Bei dem Kidnapper handelte es sich um einen ehemaligen Wachmann. Ihm wurde vor kurzem gekündigt. Über die Entlassung, so berichteten lokale Medien, sei der Mann verärgert gewesen. In den Verhandlungen mit den Behörden forderte der Geiselnehmer von seinem früheren Chef eine Entschuldigung für die "ungleiche Behandlung". Dem Mann wurde nach Angaben seines ehemaligen Arbeitgebers gekündigt, nachdem er längere Zeit unentschuldigt gefehlt hatte.

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© AP, Aaron Favila, AF

In einer eilig einberufenen Pressekonferenz, entschuldigten sich die Vorgesetzten bei ihrem ehemaligen Mitarbeiter. Um den Geiselgangster zu beruhigen, boten sie sogar an, ihre Jobs zu kündigen. Wenig später ließ der Täter seine Geiseln frei. Kurios: Nach dem Ende des Geiseldramas durfte der Mann - ohne Handschellen - vor Reportern sprechen. Hier wiederholte der Geiselgangster seine Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Die Polizei beendet das ungewöhnliche Statement abrupt, als der Täter andeutete, etwas aus dem Hosenbund zu ziehen. In Handschellen wurde er schließlich abgeführt.