Mangel an medizinischen Geräten

Wenn Ärzte über Leben und Tod entscheiden müssen

08. April 2020 - 19:18 Uhr

Wenn Ärzte über Leben und Tod entscheiden müssen

In italienischen, spanischen und französischen Krankenhäusern zeigt sich die Corona-Pandemie in vollem Ausmaß: In vielen Kliniken stehen nicht genügend Beatmungsgeräte für schwerkranke Patienten zur Verfügung. Dort müssen die Ärtze über Leben und Tod entscheiden. Deutschland ist im Vergleich zu seinen Nachbarn gut aufgestellt. Doch in den Niederlanden wird gerade über das ethisch so schwierige Thema heftig diskutiert. Wie dramatisch die Lage ist, zeigen wir im Video.

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Wer bekommt das Beatmungsgerät?

Deutschland ist von einer Ausnahmesituation noch weit entfernt. Doch die dramatische Lage in den anderen europäischen Staaten führt vor Augen, dass auch hierzulande viele Ärzte bald vor schwierigen ethischen Entscheidungen stehen könnten, sollten die Intensivbetten und Beatmungsgeräte nicht für alle Corona-Patienten ausreichen.

Sollte es einen Mangel an intensivmedizinischen Geräten geben, müssten die Ärzte vor Ort zuerst entscheiden, wer überhaupt gerettet werden könne, sagt Christiane Woopen, Vorsitzende des Europäischen Ethikrats, dem Magazin "Der Spiegel". "Wenn zwei Kranke dringend beatmet werden müssen, es aber nur ein Gerät gibt, sollte es derjenige bekommen, der die bessere Aussicht hat zu überleben − eine schwere Entscheidung", so Woopen. Sie gehe davon aus, dass sich die Teams in den Krankenhäusern inzwischen darüber verständigten, wie sie vorgehen würden, wenn es zu einer Mangelsituation kommen sollte. Ebenso seien sie in der Verantwortung, nicht nur die Intensivplätze aufzustocken und die Versorgung der Kranken zu gewährleisten, sondern auch Ärzte und Pflegepersonal bei ihren Entscheidungen zu begleiten.

Wer bekommt das Beatmungsgerät?

Was die medizinische Versorgung angeht, zählt Deutschland im europäischen Vergleich eindeutig zu den Spitzenreitern. 1.160 Krankenhäuser führen etwa 28.000 intensivmedizinische Betten, die durch Sondermaßnahmen derzeit verdoppelt werden. Gleichzeitig haben Kliniken planbare Operationen ohne medizinische Dringlichkeit abgesagt, Patienten wurden verlegt und - sofern möglich - nach Hause entlassen.

All diese Maßnahmen schaffen zwar zusätzliche Behandlungskapazitäten für den Ernstfall. Falls die Anzahl schwerer Fälle jedoch in kurzer Zeit stark ansteigen sollten, fangen so genannte Hilfskrankenhäuser die erwartete Patientenzunahme auf.

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