Bundesliga trauert um "Manni, das Schlitzohr"

Fußball-Legende Manfred Burgsmüller ist tot

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22. Mai 2019 - 15:22 Uhr

Natürlicher Tod in seiner Wohnung

Manfred Burgsmüller ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Das bestätigte sein ehemaliger Verein Borussia Dortmund. Burgsmüller hinterlässt eine große Lücke im deutschen Fußball. Der leidenschaftliche Kicker aus dem Ruhrpott stand für die gute, alte Zeit, als der Fußball noch einfach war: Das Runde musste ins Eckige - und das beherrschte Burgsmüller wie kaum ein anderer.

"Idol einer ganzen Generation"

"Ein ganz großer Borusse ist von uns gegangen. Ruhe in Frieden, Manni Burgsmüller", twitterte Borussia Dortmund. BVB-Manager Michael Zorc sprach von einer "sehr traurigen Nachricht. Er war ein Super-Typ, der mir auch sehr viel geholfen hat." Vereinsboss Hans-Joachim Watzke bezeichnete den Dortmunder Rekord-Torschützen (135 Tore) als "das Idol einer ganzen Generation".

Details zur Todesursache nannte der Club nicht. Nach Informationen der Bild starb Burgsmüller bereits am Samstag in seiner Wohnung in Essen eines natürlichen Todes.

Zuletzt ging es ihm nicht gut. Wie die Bild berichtete, litt der gebürtige Essener an Arthrose in den Füßen, ging am Stock. 21 Jahre als Bundesliga-Profi hatten Spuren hinterlassen, ebenso, dass er auch danach nicht vom Leder lassen konnte. Mit 52 Jahren lief Burgsmüller bei "Rhein Fire" als Kicker auf und galt als ältester Football-Profi der Welt.

Seinen letzten von 213 Treffern in der Bundesliga (Platz 4 in der ewigen Torjägerliste) erzielte der einst strohblonde Dribbelkünstler mit fast 40 Jahren für Werder Bremen. Erst zwei Jahre zuvor hatte Burgsmüller mit den Nordlichtern den einzigen deutschen Meistertitel seiner Karriere gefeiert. Er war ein Original, aber keines, das nur durch Sprüche auffiel. Neben Dortmund und Bremen spielte Burgsmüller in der Bundesliga für Rot-Weiss Essen und den 1. FC Nürnberg.

In der Nationalmannschaft blieb ihm der Durchbruch verwehrt. Nur drei Länderspiele bestritt er. "Ich war überall auf dem Platz, vor allem in Tornähe. Die Trainer der Nationalmannschaft setzten auf Spieler, die sich an ihre taktischen Vorgaben und Positionen hielten. Ich war anders", sagte er dem RWE-Blog "Jawattdenn".

Kicker Manfred Burgsmüller (Rhein Fire) beim Kick
Nach seiner Fußball-Karriere trat Burgsmüller statt gegen den Ball gegen das Ei
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Und "anders" trifft es gut. Sein Treffer im Jahr 1986 gegen Kaiserslautern, als er Torhüter Gerald Ehrmann von hinten kommend den Ball mit der Hand stibitzte, ging in die Geschichts-Bücher der Bundesliga ein.

"Der Ehrmann hält den Ball, ich lieg' so neben dem Tor, rappel mich wieder auf und will wieder zur Mitte. Da seh' ich, wie der Gerri vor sich hinpennt, geh' zu ihm und schubs' dem mit der Hand die Pille aus dem Arm. Fällt der Ball auf den Boden, und ich schieb' ihn rein", beschrieb Burgsmüller die kuriose Szene.

Fußball-Deutschland wird ihn nicht nur wegen dieses Tores vermissen.