ManCity: Individuelle Klasse wohin das Auge reicht

© dpa, Peter Powell

22. Oktober 2013 - 21:48 Uhr

Manchester City gegen Bayern München ist das Top-Duell der Gruppe D. Genau wie Bayern ließ sich auch City zum Champions-League-Auftakt nicht lumpen und besiegte Viktoria Pilzen leicht und locker mit 3:0. Doch jetzt wartet der erste richtige Brocken auf das Team aus England. "Wir müssen 90 Minuten am Limit spielen. Bayern ist der schwerste Gegner in der Gruppe", sagte Manuel Pellegrini.

Stärken:

Der Kader von City ist prall gefüllt mit individueller Klasse. David Silva, Yaya Toure, Edin Dzeko, Kun Agüero oder Samir Nasri - die Liste internationaler Stars lässt sich beliebig fortführen. Die Offensiv-Möglichkeiten von Coach Manuel Pellgrini sind nahezu unerschöpflich. In den ersten Partien der Saison wechselte Manchester variabel zwischen einem 4-2-2-2 oder 4-2-3-1. Die verschiedenen Spielertypen erlauben es dem Coach, auch während einer Partie auf jede Situation angemessen zu reagieren. So ist die Offensive über 90 Minuten nie ganz auszuschalten.

Schwächen:

Die Defensive. Vor allem international offenbarte die Hintermannschaft der 'Citizens' einige Schwachstellen. Mit Vincent Kompany verfügt Pellegrini zwar über einen der besten Innenverteidiger Englands, doch dahinter wird es dünn. Nicht umsonst brachte der Chilene Ex-Bayernspieler Martin Demichelis mit aus Malaga. Der Argentinier verletzte sich aber vor der Saison und ist noch keine Option. Joleon Lescott läuft seiner Form aus dem Meisterjahr hinterher und hat derzeit einen schweren Stand. Der junge Matija Nastasic gilt als riesiges Talent, genügt aber noch nicht allerhöchsten Ansprüchen. Erschwerend hinzukommt, dass die beiden etatmäßigen Sechser, Fernandinho und Yaya Toure, eher offensivorientiert sind.

Star:

Yaya Toure ist Herzstück und Taktgeber der 'Skyblues'. Der ehemalige Barca-Spieler vereint alle Eigenschaften, die ein moderner Sechser heutzutage mit sich bringen sollte. Große Übersicht, enorme Ruhe am Ball, gute Passquote und physische Präsenz. Zudem ist der Ivorer für einen defensiven Mittelfeldspieler extrem torgefährlich. Mit vier Treffern liegt er in der Torschützenliste der Premier League auf Platz 2 und ist damit auch bester Vollstrecker seines Clubs. Nicht zuletzt deshalb stellte ihn Ex-Coach Roberto Mancini auf eine Stufe mit Holland-Legende Ruud Gullit.

Pellegrini, ManCity, Manchester
Ist der Hoffnungsträger: Coach Manuel Pellgrini
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Form:

City wurde vor der Saison neben Chelsea als größter Favorit auf die Championship gehandelt. Mit zehn Punkten aus sechs Spielen liegt das Team aber bereits fünf Punkte hinter Tabellenführer Arsenal auf Platz 7. Die Generalprobe bei Aston Villa am vergangenen Wochenende ging mit 2:3 verloren. Allerdings entschied City alle drei vorherigen Spiele eindeutig für sich. Darunter auch ein beeindruckender 4:1-Sieg im Derby gegen ManUnited. Während die Offensive mit 14 erzielten Treffern bestens funktioniert, muss Pellegrini in der Abwehr noch an einigen Stellschrauben drehen.

Trainer:

Manuel Pellegrini kam vor der Saison mit einigen Vorschusslorbeeren vom FC Malaga. Mit ihm versprachen sich die Verantwortlichen in erster Linie einen attraktiven Spielstil und eine positive Außendarstellung. Unter dem in England ungeliebten Roberto Mancini lag das Hauptaugenmerk auf der Defensive. Zwar wurde so der erste Meistertitel seit 44 Jahren eingefahren, doch wirklich anerkannt war der Italiener nie. Pellegrini hingegen gilt in der Branche als absoluter Verfechter des Offensivfußballs. In der Saison 2011/12 führte er Malaga in der Primera Division auf den vierten Tabellenplatz. Besser stand der Club in der Vereinsgeschichte nie da. Eine Spielzeit später ging es sogar bis ins Champions-League-Viertelfinale - inklusive denkwürdigem Sekunden-Tod gegen Borussia Dortmund.

Worauf es in der Champions League ankommt, weiß Pellegrini: "Man braucht die richtige Einstellung, Entschlossenheit, Überzeugung und eine Siegermentalität. Ich denke, dass das fundamental ist, wenn man in der 'Königsklasse' bestehen will."