Kind in 110 Meter tiefem Schacht gefangen

Dramatische Suche nach Zweijährigem in Spanien: Die Familie verlor schon einmal ein Kind

15. Januar 2019 - 22:10 Uhr

Verzweifelte Suche nach Zweijährigem

Es ist ein Wettlauf, bei dem die Zeit immer knapper wird. Auch am Dienstag suchen die Retter im spanischen Málaga fieberhaft den kleinen Jungen, der Sonntag beim Spielen in einen 110 Meter tiefen Schacht gefallen sein soll. Die Helfer versuchen, einen Parallelschacht zu graben, aber sie müssen sehr vorsichtig sein: Der Brunnenschacht, in dem der Zweijährige verschüttet sein soll, droht einzustürzen. Die Eltern des kleinen Julen schlafen nach RTL-Informationen seit Sonntag am Brunnen. Sie wissen genau, wie es ist, ein Kind zu verlieren.

Retter wollen Quertunnel bohren

"Das Unglück ist für die Familie eine unfassbare Tragödie, denn sie hat bereits 2017 einen damals zwei Jahre alten Sohn an überraschendem Herzversagen verloren", berichtet RTL-Reporterin Pia Schrörs. Im Video erklärt sie, wie die Rettungsarbeiten laufen. Die Helfer versuchen weiterin alles, um den Jungen möglichst lebend zu bergen. Niemand weiß, ob das Kind tatsächlich in dem Brunnen ist und wie es dem Kind geht. Aber alle arbeiten so, als würde er noch leben, erklärte ein Sprecher der Guardia Civil.

Aus der nordspanischen Region Asturien wird nun ein Bohrgerät eingeflogen. Damit wollen die Retter einen Quertunnel zu dem Schacht bohren, in dem Julen verschüttet sein soll. Das Ende muss aber per Hand gebohrt werden: Von oben können die Helfer den verschütteten Jungen nicht mehr erreichen, weil beim Herunterlassen einer Kamera Erde abgerutscht ist, die den Zugang nach unten jetzt verschließt.

Tüte Süßigkeiten gefunden

Rund 100 Helfer der Feuerwehr, Polizei, des Zivilschutzes und anderer Notdienste sind im Einsatz. Mit Hilfe einer Kamera fanden sie in knapp 80 Metern Tiefe eine Tüte Süßigkeiten, die der Junge bei sich gehabt haben soll.

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Brunnen in Málaga war nur notdürftig abgedeckt

Der zweijährige Julen war mit seiner Familie in den Bergen nahe der Stadt Totalán in der Provinz Málaga unterwegs. Das Bohrloch, in das er fiel, hat einen Durchmesser von nur 25 Zentimetern und dient eigentlich der Suche nach Wasser. "Der Brunnenschacht war nur notdürftig mit Steinen abgedeckt", erzählt eine Anwohnerin. "Kinder haben die Steine beiseite geräumt, und der Kleine ist wohl hineingefallen." Julens Eltern sagen, sie hätten ihn in dem Schacht noch weinen gehört.

Die spanische Polizei hat auf Twitter ein Bild von den Rettungsarbeiten veröffentlicht.

Die Suche nach dem Jungen hat in Spanien große Anteilnahme ausgelöst. "Jeder, der davon hört kann den Schmerz dieser Familie mitfühlen", sagt eine Anwohnerin.