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Make Rot-Weiss Essen great again: Traditionsverein überzeugt mit alternativen Fakten

Make Rot-Weiss Essen great again: Traditionsverein überzeugt mit alternativen Fakten

"Das müssen langsam auch die da in München akzeptieren"

Der Presseaufmarsch war nicht ganz so gewaltig wie im Weißen Haus, die Pressekonferenz, bei der mindestens eine Handvoll Pressevertreter waren, war jedoch ähnlich monumental, bedeutend und postfaktisch wie die Auftritte von Sean Spicer, dem Pressesprecher von US-Präsident Donald Trump. Für fünf geschichtsträchtige Minuten verschob sich der Mittelpunkt der Welt von Washington D.C. nach Essen. Und zwar völlig zu Recht. Die Bedeutung des Fußballvereins Rot-Weiss Essen "müssen langsam auch die da in München akzeptieren", mahnte der neue Essener Pressesprecher Gottfried Würzer.

Rödinghausen zu Gast in Essen: "In Deutschland haben noch nie so viele Menschen ein Fußballspiel verfolgt"

Es war einer der größten Momente der alternativen Fußballgeschichte. Rot-Weiss Essen, der gefühlt älteste und größte Fußballverein Deutschlands, wenn nicht der Welt, "der einzige wahre deutsche Meister" lud anlässlich seines 110. Geburtstages zur Pressekonferenz. Würzer, neuer Pressesprecher des Traditionsklubs, nutzte den Moment, um noch einmal klar zu stellen, dass nicht etwa das WM-Finale 2014 das meistgesehene Fußballspiel der Welt war, sondern – Sie wissen es natürlich – Rot-Weiss Essen gegen SV Rödinghausen.

"In Deutschland haben noch nie so viele Menschen ein Fußballspiel verfolgt", sagte Würzer mit gefühlt mindestens drei Ausrufungszeichen. Den Classico des deutschen Fußballs gewann – auch das wissen Sie - RWE postfaktisch 1:0, auch wenn die geläufigen Statistiken das Gegenteil behaupten.

Es dauerte ungefähr 30 Sekunden, bis der anwesenden Presseschar klar war, dass dies keine gewöhnliche Pressekonferenz eines Regionalligisten war. Somit war auch die Ankündigung des Baus einer Mauer an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen und ein Stadionverbot für Blue-Jeans-Träger keine große Überraschung mehr. Denn - auch das wissen Sie - die Gelsenkirchener nehmen den Essenern zunehmend die Plätze im Stadion weg. Und die meisten Straftaten im Umfeld von Fußballstadien werden von Blue-Jeans-Trägern begangen.

Alles nur Spaß

Nach äußerst amüsanten sechs Minuten war der größte Moment der alternativen Fußballgeschichte vorbei, und der PR-Gag zum 110. Geburtstag des Vereins gelungen. Gottfried 'Würzer' entpuppte sich als Mitglied des Schauspielhauses Essen, und der Präsident des Vereins, Michael Welling nahm vor den Journalisten Platz, um den Plan hinter der verrückten PK zu erklären. Es sollte ein Statement für die Pressefreiheit sein, die elementar für die Demokratie sei. Und eine Erklärung wie die seine hätte er sich auch nach den ersten Pressekonferenzen der Trump-Administration gewünscht. Danke und herzlichen Glückwunsch RWE!