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Mainz 05 zeigt klare Kante gegen Rechts: Rassistisch motivierte Kündigung veröffentlicht

Bundesligist veröffentlicht rassistisch motivierte Kündigung

Mainz 05 zeigt klare Kante gegen Rechts

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Jan Huebner, Jan Huebner/Pool

Ex-Mitglied am Pranger

Der FSV Mainz 05 hat sich eindeutig gegen Rassismus positioniert – und dafür die Kündigung eines Mitglieds öffentlich gemacht. „Ein Vereinsmitglied zu verlieren bekümmert uns eigentlich. Manchmal aber auch nicht“, teilte der Bundesligist auf seiner Homepage mit. Der Verein habe sich aufgrund der „unakzeptablen Begründung“ entschieden, „Teile dieser Kommunikation zu veröffentlichen“.

Ein namentlich nicht genanntes Ex-Mitglied äußerte in der Kündigung sein Missfallen über die Zusammenstellung der Mannschaft. "Ich kann mich mit diesem Verein (Profifußball) schon seit Monaten nicht mehr identifizieren! Mittlerweile bekomme ich den Eindruck vermittelt, dass ich beim Africa-Cup bin, anstatt in der deutschen Bundesliga. Ich weiß was jetzt kommt, aber nein, ich bin auf keinen Fall rassistisch veranlagt - das verbitte ich mir. Nur, was zu viel ist, ist zu viel.“

Weiter hieß es: „Aber wenn seit Wochen in der Startformation neun (!!!) dunkelhäutige Spieler auflaufen und deutschen Talenten kaum noch eine Chance gegeben wird, dann ist das nicht mehr mein über die Jahre liebgewonnener Verein.“

Die Mainzer reagierten mit einer langen, emotionalen Stellungnahme. „Ja, Sie haben recht: mit unserem Verein können sie sich nicht identifizieren. Denn für uns spielen Hautfarben oder andere gruppenbezogene Merkmale von Menschen schlicht keine Rolle. Für uns zählt nur, dass jemand Mensch ist und unsere Werte teilt.“

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Aus diesem Grunde freue man sich vielmehr über die Kündigung, „da Ihre Begründung offenbart, dass Sie nicht die Wertebasis besitzen, die unseren Verein auszeichnet“. Der Verein stehe für Offenheit, Respekt und Mitmenschlichkeit. „Wir zeigen Verantwortung und sind tolerant, weltoffen, bunt, vielfältig, fair, solidarisch, gesellschaftlich engagiert, integrativ und inklusiv.“

Der Bundesligist nahm zudem Bezug auf die aktuelle Zeit, „in der die fortwährende Diskriminierung von Menschen aufgrund der Todesumstände von George Floyd weltweites Thema und glücklicherweise auch Gegenstand von vielen symbolischen und solidarischen Aktivitäten sind, bei denen sich auch viele Sportler, auch Fußballer in der Bundesliga, beteiligen (…). Anders als bei Ihnen gilt für uns uneingeschränkt: "Black Lives Matter".