Elefantendame reißt sich Stück von Rüssel ab

Zoo Magdeburg: Mwana (37) bekommt Rüsselbad zur Heilung

© dpa, Klaus-Dietmar Gabbert, kdg dna

14. November 2019 - 11:18 Uhr

Zehn Zentimeter Rüssel sind weg

Blutiger Zwischenfall im Magdeburger Zoo. Elefantendame Mwana (37) hat sich in einem Elektro-Tor verfangen. Dabei riss sie sich zehn Zentimeter ihres empfindlichen Rüssels ab. Das berichtete Zoo-Direktor Kai Perret. Antibiotika und antiseptische Bäder sollen den verletzten Dickhäuter jetzt heilen.

So passierte der Unfall

Das Unglück geschah schon am Montag. Ein Pfleger wollte routinemäßig ein elektrisches Tor öffnen. Mwana stand nebenan. Doch statt ein Stück Abstand zu halten, steckte sie ihren Rüssel in das Tor. "Rechts war die Öffnung. Der Rüssel quetschte zwischen Tür und Wand. Sie hat Rüssel weggezogen, das ist eine natürliche Reaktion, wie wenn wir eine Hand auf die heiße Herdplatte legen und sie wegziehen. Jeder zieht die Hand weg. Sie hat einen Schritt zurück gemacht und das Stück riss ab", sagte Zoodirektor Kai Perret RTL. ​

"Wie ein Fußbad"

Die Elefantenkuh sei sofort tiermedizinisch und mit Antibiotika versorgt, die Blutung schnell gestoppt worden. "Einen Verband lässt sie nicht dran, den würde sei abziehen. Antibiotika hat sie per Spray bekommen. Der Rüssel wird regelmäßig in antiseptische Flüssigkeit getunkt. Das ist wie ein Fußbad, also in dem Fall ein Rüsselbad."

Es handele sich um einen bedauerlichen Unfall, wofür niemand die Schuld trage, sagte der Zoodirektor. "Unfälle passieren leider, auch in der Natur", sagte er. 

"Elefanten unterscheiden stark, wen sie mögen und wen nicht"

Besonders tragisch: Eigentlich ist die Rüsselspitze überlebenswichtig für einen Elefanten, da er damit Nahrung aufnimmt. Durch die empfindliche Spitze laufen ungefähr 40.000 Muskelstränge. Elefantendame Mwana muss jetzt erst mal per Hand gefüttert werden, doch da seien die Tiere wählerisch. "Elefanten unterscheiden stark, wen sie mögen und wen nicht. Sie unterscheidet schon von wem sie das Futter nimmt", so Perret.

Fütterung hin oder her: Über kurz oder lang wird die Elefantenkuh lernen müssen, ohne den fehlenden Rüsselteil zu essen. Ihn wieder anzunähen sei leider nicht möglich gewesen. "Es besteht die Gefahr, dass das angenähte Stück abstirbt und dadurch zu einer anderen Infektion kommt oder zu einer Vergiftung".