Magdeburg: Jobcenter überweist 83.000 Euro zuviel

In Magdeburg hat ein Hartz-IV-Paar vom Jobcenter aus Versehen 83.000 Euro zuviel überwiesen bekommen.
© dpa, Stefan Sauer

15. Oktober 2011 - 8:44 Uhr

Hartz-IV-Empfänger plötzlich abgetaucht

Der Fehler eines Mitarbeiters im Jobcenter hat bei einem Paar in Sachsen-Anhalt für unerwarteten Geldsegen gesorgt. Die Hartz-IV-Empfänger aus Schönebeck in der Nähe von Magdeburg hatten plötzlich 83.000 Euro mehr auf dem Konto. Diese Summe sei "im Juli und August wegen eines Eingabefehlers" überwiesen worden, sagte die Leiterin des zuständigen Jobcenters, Edith Völksch.

"Es handelt sich um menschliches Versagen. Bei der September-Berechnung haben wir es bemerkt", sagte Völksch. "Wir haben sofort versucht, das Paar zu erreichen." Alle Versuche per Telefon und Post seien aber gescheitert, auch im Jobcenter seien die Beiden trotz Anhörungstermin nicht aufgetaucht.

33.000 Euro bereits ausgegeben

Für die Jobcenter-Leiterin sei klar, dass die Hartz-IV-Empfänger das Geld zurückzahlen müssen. "Wenn man eine so hohe Summe von uns überwiesen bekommt, muss einem sofort einleuchten, dass man das nicht behalten kann." Mit Hilfe der Bank des Paares habe man bereits knapp 50.000 Euro zurückgeholt. Die restlichen mehr als 33.000 Euro seien wohl schon ausgegeben. "Wir haben ein Vollstreckungsverfahren eingeleitet", sagte Völksch. Es drohe also der Gerichtsvollzieher.

Laut 'Magdeburger Volksstimme' haben sich die Hartz-IV-Empfänger bereits anwaltlichen Beistand geholt. Denn: Für die Sperrung des Kontos und die Rücküberweisung durch die Bank an das Jobcenter sehen sie keine rechtliche Grundlage. Der Anwalt des Paares habe rechtliche Schritte gegen die Bank und deren Mitarbeiter sowie gegen das Jobcenter angekündigt.