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Mädchen missbraucht: 9 Jahre Haft und Sicherheitsverwahrung für Nachhilfelehrer

Missbrauch: Lange Haftstrafe für Nachhilfelehrer
Missbrauch: Lange Haftstrafe für Nachhilfelehrer 60-Jähriger muss in den Knast 00:52

Geständnis: Zwei Mädchen insgesamt 27-mal missbraucht

Er sollte ihnen helfen, stattdessen missbrauchte der Nachhilfelehrer die Schülerinnen. Ein 60-Jähriger ist vom Landgericht Braunschweig zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Im Prozess hatte er den sexuellen Missbrauch von zwei Mädchen im Alter von zwölf und später 13 Jahren in insgesamt 27 Fällen gestanden. Das Gericht verhängte Sicherungsverwahrung nach Ablauf der Haftstrafe, nachdem ein Gutachter im Prozess im Zusammenhang mit Vorstrafen auf eine Gefahr für mögliche weitere Opfer aufmerksam gemacht hatte.

„Opfer wurden immer jünger und Übergriffe immer geschickter“

Besonders erschütternd: Obwohl der Angeklagte bereits vor Jahren wegen versuchten Mordes, Vergewaltigung und Missbrauch verurteilt worden war, gab er Nachhilfe. 1986 bekam der Mann elf Jahre Haft wegen schweren Raubes, Vergewaltigung und versuchten Mordes. 2010 wurde er wegen sexuellen Missbrauchs einer Schutzbefohlenen zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Aus psychiatrischer Sicht habe es bisher keine ausreichende Behandlung gegeben, begründete ein Gutachter in dem aktuellen Verfahren, warum er von einer weiteren Gefährlichkeit ausgeht. „Die Opfer seiner bisherigen Taten wurden immer jünger und die Übergriffe immer geschickter", sagte der Psychiater. Richterin Renate Reupke ließ sich davon überzeugen: „Der Angeklagte ist ohne Zweifel gefährlich“, sagte sie in der Urteilsbegründung.

Im Video: Das forderten die Vertreter der Nebenklage

60-Jähriger gibt sexuellen Missbrauch zu
60-Jähriger gibt sexuellen Missbrauch zu Prozess gegen ehemaligen Nachhilfelehrer 00:45

Richterin: Mädchen wurden gezielt erniedrigt

Während privater Nachhilfestunden verging sich der Nachhilfelehrer an einer Schülerin zwischen Januar 2016 und Februar 2017 insgesamt elf Mal. Von August 2018 bis Dezember 2018 missbrauchte er ein gleichaltriges Mädchen in 16 Fällen. Nach eigenen Angaben gab er etwa 15 Jungen und Mädchen zusätzlichen Unterricht.

Laut der Vorsitzenden Richterin wollte der Nachhilfelehrer die Mädchen demütigen. Demnach sollte eine Schülerin während einer Nachhilfestunde offenbar den Kopf hinhalten, damit er ihr ins Gesicht schlagen könne. Damit die Mädchen schwiegen, zahlte der Mann geringe Geldbeträge.  Dadurch aber, so eines der Opfer, hätte sie sich wie eine Prostituierte gefühlt. Der Angeklagte selbst äußerte sich im Prozess nur zögerlich zu den Vorwürfen. "Wenn ich mich unpräzise ausdrücke, dann liegt das nicht daran, dass ich nicht aussagen möchte. Ich schäme mich", sagte er während der Verhandlung.

Missbrauch statt Nachhilfe: So kam es raus

Der sexuelle Missbrauch in den Nachhilfestunden endete erst, als die Mutter eines der Mädchen zufällig ins Zimmer kam, um Kaffee zu bringen. Der andere Fall kam ans Licht, als sich das Mädchen einem Freund anvertraute. Dieser sorgte dafür, dass ein Beratungslehrer von dem Missbrauch erfuhr.

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