Kind in der Nähe von Potsdamer Möbelhaus entführt

Mädchen entführt und missbraucht: Wilfried D. muss acht Jahre ins Gefängnis

Sechsjährige in Potsdam missbraucht. Wilfried D. muss acht Jahre ins Gefängnis.
© dpa, Paul Zinken, pdz jai

01. April 2020 - 19:33 Uhr

Acht Jahre Gefängnis - anschließend Unterbringung in Erziehungsanstalt

Er entführte ein sechsjähriges Mädchen aus einem Möbelmarkt und missbrauchte es dann in seiner Wohnung: Das Landgericht Potsdam hat den 59-jährigen Wilfried D. wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs, Entführung Minderjähriger und Freiheitsberaubung schuldig gesprochen. Wilfried D. muss acht Jahre ins Gefängnis, anschließend soll er in eine Erziehungsanstalt kommen.

Mädchen aus einem Möbelhaus entführt und missbraucht

Die Richter zeigten sich davon überzeugt, dass der Mann das Mädchen im Mai 2019 nahe einem Potsdamer Möbelhaus entführt habe und es dort "zu sexuellen Handlungen gekommen" sei, wie ein Gerichtssprecher sagte. Wegen Alkoholismus stellte das Gericht eine verminderte Schuldfähigkeit fest und ordnete die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Im Mai letzten Jahres suchte die Polizei nach dem Mädchen, das nach einem Besuch in einem Potsdamer Möbelhaus mit seinen Eltern plötzlich verschwunden war. 22 Stunden danach wurde es weinend und verletzt auf einem Bürgersteig in der Nähe der Konrad-Adenauer-Allee im Potsdamer Stadtteil Drewitz gefunden.

Erst später stellte sich heraus: Das Kind war nicht etwa weggelaufen - sondern gezielt entführt worden. Wifried D. entführte die damals erst sechs Jahre alte Kim (Name von der Redaktion geändert), nahm sie mit in seine Wohnung und missbrauchte sie dort sexuell. Eine Nachbarin sah ihn noch im Treppenhaus mit dem Kind.

Kind soll immer noch schwer traumatisiert sein

Die Richter folgten beim Urteil der Staatsanwaltschaft, die acht Jahre Haft sowie die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt forderte. Die Verteidigung hatte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten sowie ebenfalls die Unterbringung beantragt. Die Nebenklage hatte sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft angeschlossen. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung gingen bei dem Angeklagten wegen einer schweren Alkoholabhängigkeit von verminderter Schuldfähigkeit aus. Zum Schutz des Kindes war der Prozess nur in Teilen öffentlich - es soll schwer traumatisiert sein.