Mädchen (3) monatelang mit blutigen Pusteln übersät - jetzt warnt die Mutter

20. November 2016 - 15:14 Uhr

Fast ein Jahr lang blieb die Ursache unentdeckt

Alles begann während der Party anlässlich Siennas zweiten Geburtstags. Ihre Mutter Savina erlaubte es einem Familienmitglied an dem Tag, Sienna einen Kuss zu geben. Kurz darauf war ihre kleine Tochter von blutigen Pusteln übersät - als hätte ihr jemand Säure ins Gesicht geschüttet.

Nach dem Schock die Ratlosigkeit

"Sienna wurde von ihrer Hautinfektion regelrecht aufgefressen", erinnert sich ihre Mutter.
"Sienna wurde von ihrer Hautinfektion regelrecht aufgefressen", erinnert sich ihre Mutter.
© Caters News Agency

"Es sah immer mehr aus, als hätte ihr jemand Säure ins Gesicht geschüttet. Die Geschwüre verbreiteten sich vom Mund über ihre Wangen bis zur Stirn", erinnert sich Mutter Savina. "Menschen haben uns mit Schrecken in den Augen angesehen: Kinder haben einfach nur gestarrt und Erwachsene konfrontierten uns mit gemeinen Beleidigungen."

Die darauffolgenden Monate haben Ärzte unermüdlich Einsatz gezeigt und versucht, die Ursache des heftigen Ausschlags herauszufinden. Da ahnten sie noch nicht, dass ein simpler Kuss hinter alldem steckte.

"Acht Monate lang hat auch kein Antibiotikum geholfen, die Infektion kam immer wieder zurück und ihr Gesicht sah verheerend aus. Man sagte mir, sie könnte Allergien haben, also hielt ich sie von Haustieren fern und gab ihr keinerlei Milchprodukte mehr."

Der entscheidende Hinweis kam letztendlich von der Mutter

Sienna kam ins Krankenhaus. Dort bekam sie Infusionen, weil sie nichts mehr essen konnte.
© Caters News Agency

"Sienna wurde förmlich von ihrer Hautkrankheit lebendig aufgefressen", erklärt Savina. "Es kam aus dem Nichts, als plötzlich nach ihrem zweiten Geburtstag die Geschwüre in ihrem Mund entstanden. Sie hat dann nichts mehr gegessen. Jeden Tag. Acht Monate lang. Es war schrecklich. Andauernd waren ihre Klamotten voller Blut und ich habe mich nicht getraut sie mit raus zu nehmen." Die kleine Sienna kam sogar ins Krankenhaus, doch die Ärzte konnten ihr einfach nicht helfen.

Bis ihre Mutter alle Ereignisse in Siennas Leben bis zum Ausbruch ihrer Infektion zurück verfolgt hat - und sie sich daran erinnerte, dass ein Familienmitglied ihr an ihrem zweiten Geburtstag einen Kuss gegeben hat. Endlich war nun das Rästel gelöst: Das kleine Mädchen litt an dem Herpes-simplex-Virus (HSV) Typ 1.

Als die Ärzte wussten, dass ein Kuss hinter den Symptomen steckte, konnten sie das Mädchen gezielt behandeln. Nach kurzer Zeit war der Ausschlag verschwunden.

Trotzdem: "Jeder in der Familie war zutiefst bestürzt", betont Mama Savina. Freut sich aber jetzt vor allem über Siennas Heilung: "Die letzten Monate sieht ihr Gesicht toll aus! Und bisher ist die Infektion auch nicht zurück gekommen [...] Es gibt immer die Möglichkeit, dass sie zurückkehrt, aber wir drücken die Daumen, dass das nicht passiert und ihre Haut genauso schön bleibt, wie sie jetzt ist. Es ist toll wieder vor die Tür gehen zu können, ohne schreckliche Kommentare um die Ohren geworfen zu bekommen."

Mit der Geschichte der mittlerweile dreijährigen Sienna geht auch eine Warnung an alle Eltern einher: Lasst keine Fremden euer Kind küssen! Auch nicht, wenn sie keine offensichtlichen Herpes-Erkrankungen haben - die Infektion kann trotzdem übertragen werden und Babies und Kleinkindern schaden.