Passanten filmen verzweifelte Suche

Fluss reißt Tochter (15) fort: Vater sucht über Wochen jeden Tag im Wasser nach ihr

16. September 2020 - 10:54 Uhr

„Ich hoffe, dort zu sein, wenn der Fluss sie zurückbringt"

"Ich kann nicht aufhören, nach ihr zu suchen. Ich wünschte nur, ich könnte sie noch einmal umarmen, sie an mich halten", sagt Ahmed Ben Daoud (37). "Ich bitte nur darum, mich von meinem kleinen Mädchen zu verabschieden." Daran, dass seine Tochter tot ist, besteht kaum ein Zweifel. Vor zwei Wochen wurde sie vom Fluss Adda fortgerissen – seither watet ihr Vater jeden Tag durchs Wasser auf der Suche nach ihr und findet keine Ruhe.

Vater war nicht da, als das Unglück geschah

Am 01. August rutschte Hafsa (15) beim Baden im Bartesaghi-Park in Sondrio (Italien) aus und wurde von der Strömung fortgerissen. Ihre Brüder – 2 und 5 Jahre alt – verstehen noch nicht, welches Unglück jener Tag über ihre Familie gebracht hat. Dass ihre große Schwester nie wieder heimkommen wird. Insgesamt 300 Einsatzkräfte hatten fünf Tage lang fast ununterbrochen nach dem Mädchen im Fluss gesucht, doch die Leiche konnte noch nicht geborgen werden.

Tag für Tag kommt Hafsas Vater mit dem Fahrrad zur Abba, schwimmt und taucht durchs Wasser, bewegt Steine, watet gegen die Strömung. "Vielleicht ist Hafsa irgendwo gestrandet", sagte er der "Corriere della Sera". Als die Tragödie geschah, war er weit weg, zu Besuch bei seinen Eltern. Nun will er bleiben, bis sein Kind geborgen worden ist. "Ich hoffe, sie zu finden oder zumindest dort zu sein, wenn der Fluss sie zurückbringt. Ich kann nicht zu Hause sitzen und warten."