Madiama Diop: Keine Auswärtsspiele für Asylbewerber

© dpa, Sebastian Kunigkeit

30. August 2014 - 20:14 Uhr

Diop: "Da fühlte ich mich vom ersten Tag an zu Hause“

Madiama Diop ist Asylbewerber und Footballer bei den 'Würzburg Panthers'. Das Team gibt ihm Halt in der Fremde, seine Rückennummer, die 45, könnte ein Symbol gegen Bürokratentum und für Integration sein. Könnte. Aber der Senegalese ist nur ein halber Spieler. Bei Auswärtspartien muss er zu Hause bleiben, weil sich die bayerischen Behörden querstellen.

Diop kam Anfang 2013 nach Deutschland. Er lebt in einem Heim in Würzburg, ein Antrag auf Asyl ist noch in der Schwebe. Seine Frau und Kinder sind im Senegal geblieben. Über ein Integrationsprojekt stieß Diop zu den Panthers. Die Gemeinschaft des Footballteams gibt ihm Halt. "Da fühlte ich mich vom ersten Tag an zu Hause", sagt er. "Keiner schaut mich schräg an, keiner fragt mich, 'was willst du denn eigentlich hier?'"

Tausende unterzeichnen Petition für Diop

Soweit so vorbildlich, was gelungene Integration anbelangt. Aber es gibt eine unüberwindbare Hürde: Wenn das Team auswärts spielt, kann Diop nicht mit. Selbst ein Match im 90 Kilometer entfernten Bamberg ist nicht drin, weil die Stadt in Oberfranken liegt - und damit in einem anderen Bezirk.

Als Asylbewerber hat Diop Residenzpflicht in Würzburg, Bezirk Unterfranken. So streng sind die Behörden nur in Bayern. Einen Ausnahmeantrag lehnten sie ab. "Die Begründung ist im Wesentlichen, das man sagt, während des Asylverfahrens soll der Asylbewerber für die Behörden greifbar sein", so Michael Münchow, Sprecher der Bezirksregierung Mittelfranken. "Der Gedanke der Integration steht bei dieser Entscheidung nicht im Vordergrund."

Traurig für Diop und vor allem für sein Team, das auswärts nun auch weiterhin ohne ihn ran muss. Nicht nur seine Football-Kollegen reagieren verständnislos. In ganz Deutschland halten Menschen als Zeichen für ihre Solidarität mit dem Senegalesen die '45' hoch. Schon 25.000 haben eine Onlinepetition unterschrieben: Bayern soll Diop mitfahren lassen, fordern sie darin.