1. November 2018 - 16:55 Uhr

Grausame Tragödie in den USA

Das Bild, das sich der Rettungssanitäterin bot, als sie die Wohnung in Alta Vista im US-Bundesstaat Iowa betrat, muss grauenhaft gewesen sein. Zachary Paul Koehn hatte den Notruf gewählt, weil sein Baby tot im Kinderzimmer lag. Inzwischen ist klar: Der vier Monate alte Sterling starb qualvoll, weil seine Eltern sich tagelang nicht um ihn gekümmert hatten.

Die Eltern hatten das Baby tagelang nicht gewickelt

​Das Baby saß regungslos, mit aufgerissenen Augen in einer Babyschaukel in einem dunklen, stickigen Zimmer, erzählte die Sanitäterin nun vor Gericht. Als sie die Brust des Kindes berührte, merkte sie, dass die Kleidung starr vor Dreck war. Als sie die Decke anhob, unter der das Baby lag, schwirrten Insekten hoch. Sterling hatte laut gerichtsmedizinscher Untersuchung 9 bis 14 Tage in der elektrischen Schaukel gelegen, ohne dass sich jemand um ihn kümmerte.

Sterling starb bereits im August 2017. Jetzt muss sich sein Vater vor Gericht wegen Mordes und Kindesgefährdung verantworten, ebenso die Mutter des Kindes, Cheyanne Harris. Ihr Prozess findet allerdings zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Überall auf der Haut und in der Kleidung krochen Maden herum

Eltern lassen Baby verwahrlost sterben
Der vier Monate alte Sterling lag 9 bis 14 Tage in einer Babyschaukel, ohne dass sich jemand um ihn kümmerte.

"Das Baby ist an Windelausschlag gestorben. Sie hören richtig, an Windelausschlag", mit diesen Worten eröffnete der stellvertretende Generalstaatsanwalt Coleman McAllister das Gerichtsverfahren gegen Koehn. Die Windel sei so verschmutzt gewesen, dass Insekten Eier darin gelegt hatten, aus denen Maden schlüpften. Überall auf der Haut und in der Kleidung des Babys krochen Maden herum.

Weil Sterling tagelang in seinen eigenen Exkrementen liegen musste, bekam er einen Hautausschlag. Durch die wunde Haut drangen E.coli-Bakterien in den Körper des ohnehin geschwächten Babys. Am Ende starb der vier Monate alte Junge an Unterernährung, Dehydrierung und den Folgen der schweren Infektion. Laut Obduktion wog Sterling nur knapp 3.200 Gramm. Normalerweise bringen Babys in seinem Alter mehr als das Doppelte auf die Waage.

Koehn und Harris sollen beide Drogenprobleme gehabt haben. In der Wohnung befand sich außerdem die zwei Jahre alte Tochter des Paares. Zumindest körperlich ging es dem Mädchen gut. Was es seelisch durchgemacht hat, möchte man sich nicht vorstellen. Es wurde von den Behörden in Obhut genommen.