Maddies Mutter: "Ich war wie besessen"

Maddies Eltern Kate und Gerry McCann suchen weiterhin unerbittlich nach ihrer Tochter.
© dpa, Z5327 Sören Stache

09. Februar 2016 - 12:42 Uhr

Buch erscheint an Maddies 8. Geburtstag

Seit vier Jahren leben die McCanns in einem Gefühlschaos. Denn vor vier Jahren verschwand ihre kleine Tochter Madeleine spurlos während eines Familienurlaubs in Portugal. Der 'Fall Maddie' ging weltweit durch die Medien, das Foto der damals Vierjährigen wurden in unzähligen Zeitungen gezeigt. Doch die Suche nach Maddie blieb bisher erfolglos.

Jetzt hat Kate McCann, die Mutter der kleinen Maddie, ein Buch über ihr Schicksal geschrieben. Darin beschreibt sie ihr schlimmstes Szenario: "Die Vorstellung, sie könne von einem Pädophilen entführt worden sein, ist meine größte Angst. Ich war wie besessen davon. Es war die reine Folter." Immer wieder werde sie von Horrorvisionen geplagt, wie Maddie nach ihr und ihrem Mann schreit.

Der Schmerz über das Verschwinden der geliebten Tochter sitzt noch immer sehr tief. "Ich sehe andere achtjährige Mädchen und versuche mir Madeleine vorzustellen. Doch es klappt einfach nicht", sagte Kate McCann zur britischen 'Sun'. Jede Nacht, wenn sie zu Bett geht, denkt sie an den Tag, an dem ihre Tochter verschwand. Dann kommt das Gefühl wieder, wie damals. Als der laue Ferienabend zum Horror wurde, heißt es in dem Bericht.

Eltern im Fokus der Ermittler

Die portugiesischen Behörden gehen davon aus, dass Madeleine bereits in der Ferienwohnung der Eltern starb und nicht entführt wurde. Diese These hat Ex-Chefermittler Gonçalo Amaral ebenfalls in einem Buch mit dem Titel 'Die Wahrheit über die Lüge' niedergelegt.

Die Anwältin der McCanns, Isabel Duarte, hatte jüngst erklärt, das Buch des Ermittlers vertiefe den Schmerz der Eltern und behindere die Suche nach Maddie. Die portugiesische Justiz muss auch noch über eine Verleumdungsklage der McCanns gegen Amaral in Höhe von 1,2 Millionen Euro entscheiden.

Madeleine war am 3. Mai 2007 aus der Ferienwohnung der Eltern an der Algarve-Küste verschwunden. Danach traten die McCanns massiv in der Öffentlichkeit und machten weltweit Schlagzeilen.

Die Polizei ging zunächst von einer Entführung aus. Später neigten die Ermittler zur Annahme, dass Maddie in der Wohnung zu Tode gekommen sei und die Eltern die Leiche verschwinden ließen. Die Polizei konnte diese Vermutung jedoch nicht beweisen, so dass die Justiz im Juli 2008 die Ermittlungen ergebnislos einstellte. Beide Seiten wollen die Wiederaufnahme der Untersuchungen. Vater Gerry McCann beklagt, die Polizei habe aufgegeben.