Söder und Laschet wollen beide antreten

Machtkampf ums Kanzleramt in der Union

11.04.2021, Berlin: Markus Söder (CSU, r), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, kommt neben Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, zu einer Pressekonferenz bei der Klausurtagung des Geschäft
Armin Laschet und Markus Söder bei der heutigen Klausurtagung der Union in Berlin.
mkx alf, dpa, Michael Kappeler

Statement von Söder und Laschet

Noch ist sie nicht gefallen, eine Entscheidung über DIE „K-Frage“: Wer zieht als Kanzlerkandidat der Union in den Wahlkampf: CDU-Chef Laschet oder CSU-Chef Söder? Die Spitzen der beiden Unions-Parteien saßen am Sonntag in Berlin mit der Kanzlerin zur Klausur zusammen. Ein Statement der beiden Parteichefs gab es am Nachmittag.

Bereit sind beide

Nach dem Statement der beiden Parteichefs ist klar: Jetzt gibt es einen offenen Machtkampf. Was sich bis jetzt nur im Hintergrund abgespielt hat, wird direkt zu Anfang des Statements öffentlich: beide Parteichefs haben ihre Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur erklärt, so CSU-Landesgruppen-Chefs Alexander Dobrindt.
Somit machen beide Kandidaten ihr Interesse, als möglicher Kanzlerkandidat die Nachfolge von Angela Merkel anzutreten, zum ersten Mal öffentlich deutlich.

Ein langes Gespräch

CDU-Chef Laschet kommt in seinem Statement erst ganz zum Schluss auf die wichtige personelle Frage zu sprechen: Er habe mit Söder „ein langes Gespräch geführt“, beide hätten ihre Bereitschaft erklärt und bleiben im Gespräch um eine gemeinsame Lösung zu finden.

Auch Söder betont die Einigkeit unter den Kandidaten: „Wir wollen am Ende dieses Prozesses keine Spaltung, sondern Geschlossenheit". Es solle ein Kandidat gefunden werden, der bereit ist, sich für das Wohl Deutschlands einzusetzen und im Wahlkampf gegen den gemeinsamen Hauptgegner – die Grünen – anzutreten. Auch auf inhaltlicher Ebene gebe es zwischen ihm und Laschet viele Überschneidungen.

Er selbst hatte während der Klausurtagung am Sonntag bereits seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt, falls dies die CDU auch unterstütze. Sollte die Wahl des Vorstandes allerdings auf Laschet fallen, unterstütze er dies ebenfalls.

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Heute noch keine Entscheidung

Das bereits von Laschet angesprochene lange und – in Söders Augen – auch sehr freundschaftliche Gespräch, sei allerdings nicht zum Abschluss gekommen. Auch wenn Söder betonte, wie wichtig es sei, bereits jetzt wichtige Weichen zu stellen.

Damit gibt es auf die berüchtigte „K-Frage“ heute noch keine Antwort.

Und das obwohl der Druck in der Union wächst, möglichst zügig zu entscheiden, wer im September ins Rennen um die Nachfolge von Angela Merkel gehen soll.

„Es geht jetzt einfach darum, eine Lösung zu finden, und zwar eine Lösung, die gut für das Land ist, die gut für die beiden Unionsparteien ist und natürlich die gut für die Kolleginnen und Kollegen in der Bundestagsfraktion ist,“ so Fraktionsvorsitzender Ralph Brinkhaus vor der Klausur.

Umfragetief Laschet

Trotz zuvor recht harmonischer Aussagen beider Kandidaten sagte Söder: „Es soll dann am Ende derjenige Kanzlerkandidat sein, der die besten Wahlchancen für unsere gemeinsame Idee hat", so Söder. "Ich jedenfalls kann für mich sagen, ich bin bereit zu dieser Kandidatur.“

In einer vom WDR in Auftrag gegeben Umfrage, fällt Laschet selbst in seinem Heimatland NRW aktuell deutlich hinter Konkurrent Söder zurück.

Auch wenn es heute noch nicht zu einer Entscheidung gekommen ist, könnte dies vielleicht bereits früher passieren als von CDU/CSU zunächst angedacht. Bereits morgen trifft sich das CDU-Präsidium in Berlin und könnte über die „K-Frage“ entscheiden.