Macht Schwangerschaftsdiabetes Babys schon im Bauch dick?

Macht Schwangerschaftsdiabetes Babys dick?
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22. November 2018 - 11:50 Uhr

Übergewichtige Schwangere sind besonders gefährdet

Wer ein Baby erwartet, rechnet natürlich damit, zuzunehmen. Doch vielen werdenden Mamis ist nicht bewusst, dass bei einer zu hohen Zunahme oder bei schon vorher übergewichtigen Müttern Schwangerschaftsdiabetes droht. Und das hat nicht nur unerwünschte Folgen für die Schwangere, sondern auch fürs Kind.

Die häufigste Erkrankung in der Schwangerschaft

Rund fünf Prozent aller Schwangeren erkranken dem Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) zufolge an Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestatationsdiabetes mellitus (GDM) genannt. Und es werden immer mehr! Dabei handelt es sich um einen erhöhten Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft. Meist verläuft die Krankheit weitgehend symptomlos und verschwindet nach der Geburt schon bald wieder, doch wenn der Schwangerschaftsdiabetes nicht behandelt wird, können dennoch böse Nebenwirkungen für Mutter und Kind auftreten.

Diese Gefahren birgt der Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und Kind

Frauen, die an Schwangerschaftsdiabetes erkranken, haben häufiger mit unangenehmen Harnwegsinfektionen und Wassereinlagerungen zu kämpfen. Auch ein erhöhter Blutdruck hängt oft mit GDM zusammen. Doch viel mehr noch als die werdende Mutter, bekommt das ungeborene Kind den Diabetes zu spüren.

Da auch das Baby im Bauch einen zu hohen Zuckerspiegel hat, produziert seine Bauchspeicheldrüse mehr Insulin. Das wirkt nicht nur dem Hormon Cortisol entgegen, das die Entwicklung der Organe des Babys (wie Leber und Lunge) fördert, sondern fungiert auch als Wachstumshormon. Die Folge: Das Kind wird sehr schnell sehr viel größer und schwerer als gewöhnlich. Deshalb müssen Babys von Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes häufiger per Kaiserschnitt entbunden werden.

Außerdem besteht sowohl für die Mutter als auch für das Kind ein erhöhtes Risiko, später an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Aber keine Angst, es gibt Möglichkeiten, dem GDM entgegenzuwirken, sodass auch die Folgen - wie ein übermäßig großes oder dickes Kind - im Zaum gehalten werden.

So bekommen Sie den Schwangerschaftsdiabetes in den Griff

Schwangere Frau bereitet gesundes Essen zu
Gesunde Ernährung kann Schwangerschaftsdiabetes entgegenwirken.
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Zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche werden alle Schwangeren vom Frauenarzt auf Schwangerschaftsdiabetes untersucht. Zeigt der Glukosetest, dass Diabetes vorliegt, kann eine gezielte Ernährungsumstellung helfen, den Blutzuckerwert zu normalisieren. Betroffene sollten statt weniger großer Mahlzeiten lieber mehrere kleinere zu sich nehmen und weitgehend auf Zucker und Weißmehlprodukte verzichten. Stattdessen sollten Vollkornprodukte, Beeren und anderes nicht zu zuckerhaltiges Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte sowie fettarme Milchprodukte in den Speiseplan integriert werden.

Aber sprechen Sie die Ernährung am besten mit Ihrem Arzt ab - schließlich ist auch eine Mangelernährung schädlich für Ihr Kind. Hilft die Umstellung der Ernährung alleine nicht dabei, den Blutzuckerspiegel zu senken, wird eine Insulintherapie begonnen.