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Macht diese Nikotin-Bombe süchtig? E-Zigarette Juul kommt in deutsche Läden

Krebsforscher warnen vor Gefahr für Millionen Jugendliche

Macht diese Nikotin-Bombe süchtig? E-Zigarette Juul kommt in deutsche Läden

E-Zigaretten mit hohem Nikotingehalt und fruchtigen Geschmacksrichtungen

Ebenso beliebt wie umstritten sind die E-Zigaretten der Marke Juul. Am Mittwoch vor Weihnachten kamen die E-Zigaretten in Deutschland auf den Markt. In den USA sind die Begriffe "Juul" und "juulen" bei Millionen jungen Menschen voll im Trend. Doch Krebsforscher warnen vor dem Suchtfaktor und den Gesundheitsgefahren. Denn Juul wird in fruchtigen und süßen Geschmacksrichtungen verkauft, enthält zugleich aber mehr Nikotin als Zigaretten.

US-Gesundheitsbehörden warnen, "dass eine Generation von Kindern durch E-Zigaretten vom Nikotin abhängig wird"

Der Verkauf läuft zunächst in rund 1.000 Tabakgeschäften und sogenannten Vape Stores im gesamten Bundesgebiet. Der Hersteller will damit nach eigenen Angaben ausschließlich erwachsene Raucher ansprechen. Die E-Zigaretten sollen diese vom gesundheitsschädlichen Tabakkonsum abbringen. Doch der Blick in die USA zeigt: Juul lockt mit seinen süßen Geschmacksrichtungen viele Jugendliche an die E-Zigarette, die vorher nicht geraucht haben.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA veröffentlichte im November alarmierende Zahlen zur Nutzung von E-Zigaretten unter Schülern in den USA. Mehr als jeder fünfte Schüler an Highschools raucht demnach E-Zigaretten. "Ich werde nicht zulassen, dass eine Generation von Kindern durch E-Zigaretten vom Nikotin abhängig wird", kommentierte FDA-Chef Scott Gottlieb die Ergebnisse. Juul kündigte daraufhin an, Werbung in sozialen Netzwerken einzustellen und bestimmte Sorten nur noch nach strenger Altersüberprüfung zu verkaufen.

Juul kommt mit zulässigem europäischen Höchstwert für Nikotin auf den Markt

Juul soll auf dem deutschen Markt in fünf Geschmacksrichtungen mit einem Nikotingehalt von 20 Milligramm je Milliliter angeboten werden. Das entspricht dem zulässigen europäischen Höchstwert und hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), bereits alarmiert: "Der Fall Juul zeigt, dass man den E-Zigarettenmarkt nicht sich selbst überlassen kann. Wir müssen uns genau anschauen, ob die aktuelle Obergrenze beim Nikotin so in Ordnung ist."

In den USA bietet Juul seine Produkte mit deutlich höheren Nikotinwerten an, diese sind in Europa aber nicht zulässig. Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum warnt: "Der Erfolg von Juul bei Jugendlichen in den USA sollte uns ein mahnendes Beispiel sein." In Deutschland haben laut Verband des E-Zigarettenhandels geschätzte 3,5 Millionen Menschen mindestens gelegentlich E-Zigaretten geraucht.