Keine Kontaktbeschränkungen am Arbeitsplatz

Arbeitnehmer und Politiker fordern wegen Corona: Macht die Büros zu!

Geschäftsfrau mit Mundschutz beim Hände desinfizieren wegen Covid-19 und Coronavirus Pandemie
Geschäftsfrau mit Mundschutz beim Hände desinfizieren wegen Covid-19 und Coronavirus Pandemie
© picture alliance, Robert Kneschke

07. Januar 2021 - 10:37 Uhr

Grünen-Politikerin Laura Sophie Dornheim setzt Bewegung in Gang

Geschäfte dicht, Restaurants dicht, Schulen dicht, Kitas dicht – der Lockdown wird bis zum 31. Januar verlängert und sogar verschärft. Treffen sind nur noch mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. Groß ist die Angst vor weiterhin hohen Ansteckungsraten, steigenden Todeszahlen und mutierten Coronaviren. Für Arbeitnehmer gelten allerdings noch keine verschärften Kontaktbeschränkungen, sie sollen nur soweit wie möglich die Abstandsregeln einhalten – und dagegen gibt es jetzt reichlich Protest. Arbeitnehmer und Politiker, allen voran Laura Sophie Dornheim von den Grünen, fordern: Macht die Büros zu!

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#MachtBueroszu setzt Trend auf Twitter

Angestoßen hat die Aktion #MachtBuerosZu die Grünen-Politikerin Laura Sophie Dornheim. Die 37-Jährige will für den Bundestag kandidieren und setzt schon länger geschickt Themen. Doch mit so viel Resonanz auf ihre Forderung "Macht die Büros zu!" hat die Politikerin offenbar selber nicht gerechnet.

#MachtBuerosZu scheint sich unter Angestellten gerade zu einer echten Bewegung zu entwickeln. Laura Sophie Dornheim fordert auf Twitter Büro-Angestellte nicht nur auf, ihre Erfahrungen zu schildern. In einer Liste sammelt sie zunächst "vorbildliche Arbeitgeber*innen", die für ihre Mitarbeiter verbindlich Homeoffice angeordnet haben, die Ausstattung für die Heimarbeit stellen oder Eltern zusätzliche Unterstützung anbieten.

So bietet das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim seinen Mitarbeitern, die ihre Kinder wegen der Schließung von Schule oder Kita zu Hause betreuen müssen, 10 Tage bezahlten Sonderurlaub an.

Folgen soll auch eine Negativliste. Also für Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter ins Büro "zwingen".

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Sollen Büros wegen Corona verbindlich schließen?

In einem Beitrag für den Tagesspiegel fordert Laura Sophie Dornheim, Büros genauso verbindlich zu schließen wie Restaurants und Kinos. Uneinsichtige Unternehmen sollen sanktioniert werden.

Zustimmung erhält sie auch von Medizinern. So twittert ein Notarzt: "Egal, wo ich als Notarzt hin komme, in Unternehmen trägt kaum einer Maske...da lacht sich das Virus kaputt."

Fest steht: Arbeitgeber müssen sich mit dem Thema Homeoffice auseinandersetzen. Zwar gibt es auch im neuen "Mobile Arbeit Gesetz" noch keine Pflicht für Unternehmen, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit für Homeoffice anzubieten. Allerdings bewerben sich vor allem immer mehr junge Menschen oder qualifizierte Jobsuchende nur noch auf Stellen, die auch Homeoffice im Angebot haben. Daher sollte es auch im Interesse der Unternehmen liegen, jetzt voll auf Homeoffice zu setzen – und die Büros zu schließen.

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Wie konnte es zu den vielen Corona-Erkrankten und dann zum Teil-Lockdown kommen? Mit aufwendigen Experimenten ergründen wir das in der Doku "Corona - Die 2. Welle" auf TVNOW.