Er fuhr 3,7 Kilometer, dann kam es zum Crash

Hier betrank sich Stefan L. vor dem Unfall in Luttach (Südtirol)

11. Januar 2020 - 13:54 Uhr

Unfall in Südtirol: Stefan L. sagte einem Kellner, er wolle noch in den "Hexenkessel" in Luttach

Stefan L. hatte fast zwei Promille im Blut, als er in Luttach (Südtirol) in eine Reisegruppe raste und sieben Menschen tötete. RTL erfuhr: Vor dem Unfall betrank sich der Unglücksfahrer in der rund vier Kilometer entfernten Après-Ski-Bar "Paulas Schirmpub". Dort erzählte Stefan L., er wolle noch zum "Hexenkessel" - genau dorthin, wo seine späteren Opfer vorher feierten.

Laute Schlagermusik und gute Stimmung in "Paulas Schirmpub"

Laute Schlagermusik dröhnt aus dem Zelt von "Paulas Schirmpub" neben der Talstation des Skigebiets Speikboden im Ahrntal. Hier feiern die Menschen nach einem Tag auf der Piste bis in die Nacht bei wummernden Bässen. Auch Stefan L. trank hier, kurz zuvor soll die Beziehung zu seiner Freundin in die Brüche gegangen sein.

Gegen 1 Uhr nachts zahlte er und sagte einem Kellner, er wolle noch zum "Hexenkessel" fahren. Bis dorthin sind es von "Paulas Schirmpub" sieben Kilometer. Stefan L. wollte offenbar schnell weitertrinken, er soll mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein, als er durch Luttach raste. Nach 3,7 Kilometern passierte hier der Unfall. Ein Arbeitskollege sagte RTL, die Lichtverhältnisse in Luttach seien schlecht: "Die ganze Straße ist nicht anständig beleuchtet. Bei ein bisschen Nebel sieht man nichts."

Ein Gutachter stellte fest, dass L. offenbar noch eine Vollbremsung versuchte, doch durch den Alkoholeinfluss zu langsam reagierte und zu spät zum Stehen kam. Er sitzt in Untersuchungshaft.