Frankfurt am Main: Besorgte Passagiere schlagen Alarm

Lufthansa-Maschine bricht Start ab: Terrorverdacht wegen Handy-Nachrichten

Alarm am Flughafen Frankfurt am Main: Terrorverdacht wegen Handy-Nachrichten
Alarm am Flughafen Frankfurt am Main: Terrorverdacht wegen Handy-Nachrichten
© imago images/Rüdiger Wölk, RÃ’¼diger WÃ’¶lk via www.imago-images.de, www.imago-images.de

16. August 2021 - 10:57 Uhr

Übersetzungsprogramm schafft "fatales Missverständnis"

Es ist ein unangenehmes Gefühl, in einem Flugzeug zu sitzen und Bedenken wegen vermeintlich verdächtiger Mitreisender zu haben. Aus diesem Grund haben sich einige Passagiere mit den Textnachrichten von vier Mitfliegenden beschäftigt und einen angeblichen Selbstmordanschlag aufgedeckt. Der Start des Lufthansa-Fluges von Frankfurt ins mexikanische Cancun wurde gestoppt. Der Anschlagsplan erwies sich als "fatales Missverständnis", berichtet ntv.

Mitreisende und Besatzung so besorgt, dass Start abgesagt wird

Kurz vor dem geplanten Start der Maschine am Samstag hätten sich vier im Flugzeug verteilte Passagiere aus Indien noch Nachrichten geschickt, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Dies sei anderen in ihrer Umgebung verdächtig vorgekommen, weswegen sie die Nachrichten abfotografiert und den Inhalt mit einem Internet-Programm ins Französische übersetzt hätten.

Dabei sei es durch ein "fatales Missverständnis" zum Verdacht gekommen, dass die vier Männer einen Selbstmordattentat planen könnten, heißt es bei ntv.

Männer planten etwas - aber keinen Anschlag

Die "Mehrheit der Passagiere und die Besatzung" seien darüber "sehr verunsichert" gewesen, so ntv weiter. Ein weiteres Verdachtsmoment dem Bericht zufolge: Die Inder hätten lediglich Handgepäck bei sich gehabt. Deswegen wurde der Start abgebrochen und die Bundespolizei gerufen. Die sei mit Sprengstoffhunden angerückt, die allerdings nichts Verdächtiges gefunden hätten.

Die vier Inder wurden festgenommen. Bei ihrer Vernehmung habe sich gezeigt, dass sie vorhatten, von Mexiko mit gefälschten Pässen in die USA einzureisen, teilte die Bundespolizei mit. Einer der Männer habe ein Geständnis abgelegt. Jetzt wird unter anderem wegen Verstoßes gegen das Luftsicherheitsgesetz und Urkundenfälschung gegen sie ermittelt. Danach sollen sie nach Indien zurückgebracht werden. Der ausgefallene Flug wurde laut Lufthansa-Angaben am Sonntag nachgeholt. (uvo / Quellen: dpa, ntv)