Lufthansa-Flugbegleiter streiken am Dienstag

Erneute Streiks bei den Flugbegleitern der Lufthansa.
© dpa, Frank Rumpenhorst

10. Februar 2016 - 17:57 Uhr

Fluggäste müssen mit erheblichen Behinderungen rechnen

Fluggäste in Deutschland müssen sich wieder auf massive Behinderungen einstellen: Die Flugbegleiter der Lufthansa setzen ihren Streik an diesem Dienstag fort.

Wo genau sich Passagiere auf Verspätungen und Flugausfälle gefasst machen müssen, ließ ein Sprecher der Kabinengewerkschaft Ufo am Sonntagabend noch offen.

"Der Dienstag wird sicher ausgeweitete Streiks im Bezug auf Orte und Zeiten beinhalten", sagte er allerdings in Frankfurt. Sechs Stunden vor Beginn des Ausstands wird Näheres mitgeteilt. Die Lufthansa bedauerte, dass der Konflikt weiter verschärft werden soll. "Wir sind weiter der Ansicht, dass wir ein attraktives Angebot vorgelegt haben", sagte ein Sprecher.

Ufo hatte die Lufthansa am Freitag zum ersten Mal für acht Stunden bestreikt - jedoch nur am Frankfurter Flughafen, dem größten Drehkreuz in Deutschland. Dennoch waren europaweit Hunderte Flüge ausgefallen, Tausende Passagiere gestrandet. Für die Airline entstand nach eigener Darstellung ein Schaden in Millionenhöhe. Erst am Samstag hatte sich die Lage nach und nach entspannt.

Die Gewerkschaft hatte am vergangenen Dienstag nach dem Scheitern langwieriger Verhandlungen Streikmaßnahmen ausgerufen, dem die Mitglieder schon vorab zugestimmt hatten. "Wir werden so lange kämpfen, bis die Lufthansa zu fairen, akzeptablen Verhandlungen zurückkehrt", sagte ein Ufo-Sprecher. Zugleich machte er deutlich, dass man "auch am Montag kurzfristig in der Lage wäre zu streiken". Zunächst ist dies aber nicht geplant.

Lufthansa bietet zu wenig

Die Gewerkschaft Ufo verlangt in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden fünf Prozent höhere Entgelte. Außerdem fordert sie das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken.

Das Unternehmen bietet bisher 3,5 Prozent mehr Gehalt und den Verzicht auf Leiharbeit und betriebsbedingte Kündigungen. Bislang sah der Branchenriese Lufthansa keine Veranlassung, sein bestehendes Angebot nachzubessern. Ein Sprecher betonte aber: "Statt im Ausstand wollen wir unsere Flugbegleiter lieber im Ausland sehen."

Schon beim ersten Streik hatte ein Ufo-Sprecher von einem "Riesenerfolg" gesprochen und "sehr bald weitere Streikmaßnahmen" angekündigt. Parallel zu der Auseinandersetzung mit Ufo laufen auch Tarifverhandlungen der Lufthansa mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Falls auch diese scheitern, so fürchten Beobachter, könnten sich die Piloten mit den Flugbegleitern verbünden und gemeinsam in den Ausstand treten.