Rekordverlust in Milliardenhöhe

Lufthansa-Chef Carsten Spohr: "Es schmerzt, die leeren Terminals zu sehen"

04. März 2021 - 16:00 Uhr

Lufthansa fliegt größten Verlust der Konzerngeschichte ein

Der Geschäftseinbruch in der Corona-Krise hat der Lufthansa 2020 einen Rekordverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von 6,7 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 1,2 Milliarden ein Jahr zuvor, wie der vom Staat gestützte Konzern mitteilte. Bei RTL/ntv spricht Lufthansa-Chef Carsten Spohr über die Corona-Krise, die sein Unternehmen so hart getroffen hat, und was er für die Zeit nach dem Lockdown erwartet.

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Carsten Spohr ist pessimistisch und korrigiert Prognose nach unten

ARCHIV - 15.03.2018, Hessen, Frankfurt/Main: Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Lufthansa AG. Die corona-gebeutelte Lufthansa hat ihre Mitarbeiter auf weitere Einschnitte bei Personal und Flotte eingestimmt. Wegen schwächerer Passagier
Unternehmenschef Carsten Spohr korrigiert Prognose nach unten.
© dpa, Arne Dedert, ade wst soe jai rho fgj

Auch für 2021 gibt es wenig Erholung. Deshalb korrigiert Unternehmenschef Carsten Spohr seine Prognose nach unten und rechnet nur noch mit einem Flugangebot zwischen 40 bis 50 Prozent des Niveaus aus dem Vorkrisenjahr 2019. Bisher hatte er noch bis zu 60 Prozent für möglich gehalten.

Corona war für sein Unternehmen ein krasser Einschnitt. "Wir gehen davon aus, Mitte des Jahrzehnts frühestens wieder in die Größenordnung der Vorjahre zu kommen", so der Lufthansa-Chef gegenüber RTL/ntv. "Wir planen mit 90 Prozent für das Jahr 2024."

Spohr fordert digitale Impfnachweise statt Reiseverbote und Quarantäne

 DEU, Deutschland, Hessen, Frankfurt am Main, 28.06.2020: Flughafen Frankfurt am Main, Frankfurt Airport EDDF/FRA, Registration: D-ALFC Lufthansa Cargo Boeing 777-FBT *** DEU, Germany, Hessen, Frankfurt am Main, 28 06 2020 Frankfurt am Main Airport,
Frachttochter Lufthansa Cargo ist Lichtblick in der Bilanz.
© imago images/Rüdiger Wölk, Rüdiger Wölk via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Voraussetzung für eine Erholung seien Fortschritte beim Impfen und Testen. Vorstandschef Spohr verlangte ein einheitliches Vorgehen: "International anerkannte, digitale Impfnachweise und Testzertifikate müssen an die Stelle von Reiseverboten und Quarantäne treten." Quarantänevorschriften seien der eigentliche Grund, warum Menschen auf Reisen verzichteten. Der von der EU vorangetriebene elektronische Impfnachweis müsse auch Corona-Tests enthalten, fordert Spohr.

Einziger Lichtblick: Lufthansa Cargo

Derzeit stehen rund 500 der insgesamt fast 800 Flugzeuge des Konzerns am Boden, darunter die vierstrahligen Langstreckenjets vom Typ Airbus A380, Airbus A340 und Boeing 747-400. Bis zum Jahr 2023 soll die Konzernflotte auf 650 Maschinen schrumpfen.

Im abgelaufenen Jahr absolvierte der Konzern nur ein Drittel so viele Flüge wie 2019. Rund 36,4 Millionen Fluggäste bedeuteten im Vergleich zum Vorjahr nur 25 Prozent. Einziger Lichtblick in der Konzernbilanz ist die Frachttochter Lufthansa Cargo, die dank kräftig gestiegener Preise ein operatives Rekordergebnis von 772 Millionen Euro ablieferte.