Nur "Sachbeschädigung"?!

Gericht urteilt: Luftgewehrschüsse auf Katze sind keine Tierquälerei!

Gericht urteilt: Luftgewehrschüsse auf Katze sind keine Tierquälerei
© dpa, Ina Fassbender, exa

10. Dezember 2020 - 9:51 Uhr

Mann schoss mit Luftgewehr auf Katze der Nachbarn

Dieses Urteil macht sprachlos: Das Frankfurter Landgericht hat am Mittwoch zugunsten eines Mannes (52) entschieden, der mit dem Luftgewehr auf die Katze seiner Nachbarin geschossen hatte. In einem ersten Prozess war der Mann wegen Tierquälerei zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt worden – doch er legte Berufung ein. In zweiter Instanz urteilte das Gericht schließlich viel milder. Der Schuss auf die Katze wurde nur als "Sachbeschädigung" gewertet.

Nur knapp 2.000 statt 16. 100 Euro Geldstrafe

Im Körper der Katze der Nachbarin des Mannes war bei einer Röntgenuntersuchung ein Geschoss gefunden worden, das aus dem Luftgewehr des Angeklagten stammte. Der Mann aus dem hessischen Eppenheim war in einer Art Dauerstreit mit der Frau wegen ihrer Tiere. Ursprünglich sollte er eine Geldstrafe von 16.100 Euro (70 Tagessätze) zahlen. Nach dem milderen Urteil beläuft sich die Geldstrafe nur noch auf 1.950 Euro.

Gericht: Tierquälerei nur bei "erheblichen Schmerzen"

Laut einem tierärztlichen Gutachten stellt ein Schuss aus einem Luftgewehr lediglich eine "leichte bis mittelschwere Beeinträchtigung" des Tieres dar. Für eine Verurteilung wegen Tierquälerei müssten allerdings "erhebliche Schmerzen" vorliegen, hieß es in der Urteilsbegründung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: dpa/RTL.de