Lüneburg zeigt Ausstellung "Kinder im KZ Bergen-Belsen"

Die als Kind inhaftierte Lous Steenhuis-Hoepelman hält ihre Strickpuppe "Mies" in den Händen. Foto: Philipp Schulze/dpa
Die als Kind inhaftierte Lous Steenhuis-Hoepelman hält ihre Strickpuppe "Mies" in den Händen. Foto: Philipp Schulze/dpa
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11. April 2021 - 9:00 Uhr

Lüneburg (dpa/lni) - Das Museum Lüneburg zeigt die coronabedingt verschobene Ausstellung "Kinder im KZ Bergen-Belsen" vom kommenden Freitag (16. April) an bis zum 15. August. "Es ist eine der wichtigsten Ausstellungen, die wir bisher hatten", sagt Museumsdirektorin Heike Düselder. "Sie erzählt leise und behutsam, ist nicht angelegt Betroffenheit zu wecken." Es gebe auch Fotos von Anne Frank, die kurz vor Kriegsende Gestorbene spiele aber keine prominente Rolle in der Ausstellung.

Im Konzentrationslager Bergen-Belsen befanden sich unter den rund 120.000 inhaftierten Menschen aus fast allen europäischen Ländern auch etwa 3500 Kinder unter 15 Jahren. Die meisten Kinder wurden als Juden verfolgt, andere gehörten zur Gruppe der Sinti und Roma oder waren mit ihren Müttern aus politischen Gründen inhaftiert worden. "Viele sind dort geboren worden, die meisten haben nicht überlebt. Aber die Überlebenden erzählen, sie haben nicht vergessen. Die Eindrücke müssen sehr prägnant gewesen sein", sagt Düselder.

Viele Kinder starben an Hunger, Krankheiten, Seuchen und Gewalt. Neben vielen Fotos, die vor allem die britischen Besatzungssoldaten bei der Befreiung im April 1945 gemacht haben, gibt es Erinnerungsstücke wie eine Strickpuppe oder einen einzelnen Kinderschuh. Die Ausstellung hat ihre Heimat in der Gedenkstätte Bergen-Belsen und war eigentlich von März bis Mai 2020 in der Hansestadt eingeplant gewesen.

Sie wird online am Donnerstag (15. April) um 18.00 Uhr eröffnet. Celino Bleiweiss, Überlebender des KZ Bergen-Belsen, wird als Zeitzeuge zugeschaltet. Eine Online-Anmeldung für den Museumsbesuch ist erwünscht, 80 Menschen werden zeitgleich hereingelassen. "Das ist eine didaktisch hervorragende Ausstellung, aber es ist ein schweres Thema", betont die Vorsitzende der Museumsstiftung Lüneburg. Sie sei besonders für Schulklassen geeignet.

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Quelle: DPA

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