Nach Verurteilung zu lebenslanger Haft

Lübcke-Mörder Stephan Ernst legt Revision ein

Stephan Ernst und sein Anwalt Mustafa Kaplan bei der Urteilsverkündung.
Stephan Ernst und sein Anwalt Mustafa Kaplan bei der Urteilsverkündung.
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02. Februar 2021 - 17:35 Uhr

Nach dem Urteil im Prozess um den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat der verurteilte Mörder Stephan Ernst Revision eingelegt. Das teilte eine Sprecherin des Oberlandesgerichts Frankfurt mit. Der 47 Jahre alte Ernst war am Donnerstag zu lebenslanger Haft verurteilt, im zweiten Anklagepunkt wegen versuchten Mordes an einem irakischen Flüchtling aber freigesprochen worden. Die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert.

Nach Lübcke-Urteil: Weitere Revisionen eingelegt

Bereits am Montag hatte der Mitangeklagte Markus H. Revision eingereicht. In erster Instanz wurde er vom Vorwurf der Beihilfe freigesprochen, erhielt wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz aber eine Bewährungsstrafe. Die Bundesanwaltschaft hatte für H. auf eine Verurteilung zu neun Jahren und acht Monaten wegen Mord-Beihilfe plädiert. Auch Ernsts Strafe will die Anklage nun vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe überprüfen lassen. Für den Hauptangeklagten hatte sie wegen des versuchten Mordes an Ahmed I. eine zusätzliche Sicherungsverwahrung gefordert.

Die Familie Lübcke, die als Nebenklägerin auftrat, wollte zunächst in Ruhe über das Urteil nachdenken. Die Revision muss innerhalb einer Woche schriftlich eingelegt werden - also bis Donnerstag.


Quelle: DPA

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