Grenzenloser Egoismus auf A24 in Mecklenburg-Vorpommern

Junge Mutter stirbt bei Unfall - Lkw-Fahrer blockiert Rettungsgasse und pöbelt Polizei an

Ein Lkw-Fahrer pöbelte nach einem Unfall die Einsatzkräfte an.
© Polizeiinspektion Ludwigslust

03. April 2020 - 11:38 Uhr

Lkw-Fahrer tanzt aus der Reihe

Dieses Verhalten macht einfach nur fassungslos. Bei einem Autounfall auf der A 24 zwischen Zarrentin und Wittenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) kam eine junge Mutter ums Leben. Als die Polizei durch die Rettungsgasse in Richtung Unfallstelle fuhr, versperrte ihnen ein Lkw-Fahrer den Weg und wollte schnell in den Feierabend.

Pöbelnder Lkw-Fahrer sorgt für Aufregung

Aus bislang ungeklärten Gründen kam der Wagen der Frau von der Straße ab. Ihre zwei Mitfahrer wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Die Fahrerin, Mutter eines Kindes, starb. Als wäre das nicht schlimm genug, sorgte ein pöbelnder Lkw-Fahrer bei den Einsatzkräften für Aufregung.

Die zuständige Polizei Ludwigslust postete ein Video mit Bildern des Unfalls bei Twitter. In dem Text heißt es: "Fassungslos und tief betroffen kehrten unsere Kollegen gestern von diesem folgenschweren Verkehrsunfall zurück. Nicht nur, dass ihnen der schreckliche Unfall noch in den Knochen steckte, es war auch diese moralisch abartige Randerscheinung, die sie noch nicht verdaut haben."

"Wenn Leute zu blöd sind zum Autofahren"

Mit der "Randerscheinung" meint die Polizei einen Lkw-Fahrer, der kurz vor der Unfallstelle zum Stehen gekommen sein soll. Er habe als die Einsatzkräfte eintrafen wild gestikulierend auf sich aufmerksam gemacht. Doch statt Hilfe anzubieten, beschwerte sich der Mann offenbar, dass er nichts dafür könne, "wenn Leute zu blöd sind zum Autofahren" und dass er endlich in den Feierabend wolle.

Polizei entsetzt über "moralische Entgleisung"

Daraufhin hätten ihn die Beamten darüber in Kenntnis gesetzt, dass bei dem Unfall eine junge Mutter ums Leben gekommen sei. Doch statt Mitgefühl zu zeigen, entgegnete der Trucker: "Das ist doch nicht mein Problem." Fassungslosigkeit bei den Einsatzkräften. So sehr, dass sie eben nachträglich in den sozialen Medien darauf aufmerksam machen, womit sie täglich zu kämpfen haben. Das Video schließt die Polizei mit drastischen Worten ab: "Wir sind entsetzt und fassungslos von so viel Empathielosigkeit und moralischer Entgleisung."