Medienbericht: Panne im Klinikum Ludwigshafen

Fehlerhafte Filtermasken im Klinik-Einsatz

Das Städtische Klinikum am Montag (29.11.2010) in Ludwigshafen. Der bisherige Anästhesiechef der Klinik steht im Verdacht, eine wissenschaftliche Studie über die Wirksamkeit eines weitverbreiteten Blutplasma-Ersatzes gefälscht zu haben
© picture alliance / dpa, dpa, Ronald Wittek

02. Dezember 2020 - 15:50 Uhr

Masken auch auf Stationen mit COVID-Patienten im Gebrauch

Böse Panne im Klinikum Ludwigshafen, die Folgen sind noch nicht abzusehen. In dem Krankenhaus wurde mit mangelhaften Filtermasken gearbeitet. Das berichtet die ARD-Sendung "Report Mainz". Die Masken seien auch in den COVID- und Intensivstationen eingesetzt worden. Die in China hergestellten Masken der Kategorie KN95 sollten denselben Schutz FFP2-Masken bieten, das war nicht der Sendung zufolge nicht der Fall.

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Wichtige Filter-Funktionen der Maske fehlten

Man habe je eine der Filter-Masken von einem Sachverständigen für Schutzausrüstung und einem Labor der DEKRA untersuchen lassen. Resultat: Es fehlten nötige Filter-Funktionen der Maske, laut Laboruntersuchung würde sie 42,8 Prozent der Viren passieren lassen. Erlaubt sind maximal 6 Prozent.

Nach Bekanntwerden des Ergebnisses hat das Klinikum Ludwigshafen nach eigenen Angaben die Masken dieses Typs aus allen Bereichen entfernt. Man habe sich damals beim Einkauf des Produkts die erforderlichen Unterlagen zusenden lassen. "Für unser Haus gab es zum damaligen Zeitpunkt keinen Anhaltspunkt, der Gründe zum Zweifeln für uns geboten hätte", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Klinikums.

Experten: Vielleicht hunderttausende fehlerhafte Masken im Umlauf

Herstellung FFP2 Masken Berlin, DEU,15.09.2020 - Start industrieller Massenproduktion von FFP2 Schutzmasken bei der Berliner Karl Rabofsky GmbH. Kuenftig sollen monatlich bis zu 1 Million Schutzmasken in diesem Werk produziert werden. Berlin Berlin D
FFP2-Masken (Symbolfoto, Archiv)
© imago images/Jochen Eckel, Jochen Eckel via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Ein Sprecher sagte in der Sendung, es sei nicht ausgeschlossen, dass es zu COVID19-Infektionen wegen der mangelhaften Masken gekommen ist. "Wir haben eine Vielzahl von Mitarbeitern, die infiziert sind, auch eine Vielzahl von Mitarbeitern, die in Quarantäne sind", so Prof. Günter Layer.

Die Masken sei auf vielen Stationen zum Einsatz gekommen, darunter acht Stationen, auf denen COVID-Patienten behandelt werden. Auch Patienten hätten sich im Klinikum angesteckt. Aufgrund der aktuellen Auslastung seien alle planbaren Eingriffe inzwischen abgesagt worden, so das Klinikum.

Laut Experten könnten hunderttausende der in Deutschland im Umlauf befindlichen FFP2- und KN95-Masken problematisch sein. Bei DEKRA-Tests seien bislang mehr als 80 Prozent der Produkte durchgefallen, so ein Sprecher der Prüfstelle.

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