Lucas - Tod im Urlaub

Hotel-Pool saugt Kind in den Tod - zum dritten Mal in 2011
Hotel-Pool saugt Kind in den Tod - zum dritten Mal in 2011

16. Februar 2016 - 16:31 Uhr

Familie Göb flog in freudiger Erwartung auf einen erholsamen Urlaub am Morgen des 13. Oktobers 2011 nach Fuerteventura. Der 8-jährige Sohn von Ulrike und Alexander Göb, Lucas, war vergnügt und aufgeregt. Gegen Mittag richtete sich die kleine Familie in ihrem Hotel "Sunrise Monica Beach Hotel" ein und ging zunächst zum Strand und anschließend an den Pool des Hotels. Ab hier beginnt die unfassbare Tragödie.

Lucas klettert in den Pool. Während sich seine Eltern Liegen holen und sie an den Pool schieben, um ihren kleinen Sohn im Blick zu haben, kämpft Lucas unter Wasser bereits um sein Leben. Er wird von der Ansauganlage des Pools angesogen und unter Wasser gefangen gehalten. Als seine Eltern seinen Kopf im Becken nicht entdecken, machen sie sich auf die Suche nach ihm, nicht ahnend, dass er im Pool mit dem Tod ringt. Erst einem anderen Badegast fällt ein Schatten unter einem Steg im Pool-Wasser auf. Er hält den Schatten zunächst für ein Handtuch, merkt aber bald, dass es sich um ein ertrinkendes Kind handelt. Er springt ins Wasser, um das Kind herausziehen, doch es gelingt ihm, auch unter Aufwendung all seiner Kraft, nicht. Der Junge hängt unter Wasser fest.

Katastrophale Rettungsaktion

Ein weiterer Urlauber eilt zu Hilfe. Nur gemeinsam gelingt es den beiden Männern das Kind vom saugenden Schacht zu lösen und aus dem Wasser zu holen. Ulrike Göb erkennt das leblose Kind. Es ist ihr Lucas. Sie schreit um Hilfe. Der Vater, Alexander, rennt zum Pool, erfasst die Situation, läuft ins Hotel schreit um Hilfe und fordert einen Arzt. Indessen beginnt ein Hotelgast mit Lucas' Wiederbelebung. Lucas spuckt irgendwann Wasser aus Mund und Nase. Auf seinem Körper hat das Gitter der Ansauganlage Hämatome hinterlassen. Seine Lippen sind blau und er hat Schaum am Mund. Schließlich fängt er an zu atmen. Ein Arzt unter den Hotelgästen registriert einen regelmäßigen Pulsschlag und einen stabilen Herz-Kreislauf, Lucas' Pupillen sind klein und reagieren.

Nach einer gefühlten Ewigkeit trifft ein Krankenwagen ein. Doch die Rettungsaktion ist eine einzige Katastrophe. Die Eltern dürfen nicht zu ihrem immer lauter weinenden Sohn in den Krankenwagen. Sie fahren im Taxi hinterher. Doch anstatt ins Krankenhaus nach Puerto del Rosario wird Lucas in einen anderen Krankenwagen verladen. Die Polizei versperrt den verzweifelten Eltern den Weg zu ihrem Kind. Angeblich sei Lucas stabil. Der Vater beobachtet durch die Autoscheibe, dass an Lukas eine Herzdruckmassage durchgeführt wird. Nach einer Stunde fährt der Krankenwagen plötzlich mit Sirenen zum Krankenhaus in Puerto del Rosario. Als Ulrike und Alexander Göb dort eintreffen ist ihr Lucas tot.

Lucas Eltern haben eine Spenden-Aktion gestartet, um zu klären, wer die Schuld am Tod ihres Sohnes trägt und um das Thema Pool-Sicherheit bzw. Pool-Mängel ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen.

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