Luca-App: Ministerium will Vertrag auslaufen lassen

Ein Barcode, der mit der Luca-App gescannt werden kann, hängt in einem Geschäfts an einer Scheibe. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild
Ein Barcode, der mit der Luca-App gescannt werden kann, hängt in einem Geschäfts an einer Scheibe. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild
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14. Januar 2022 - 16:39 Uhr

Potsdam (dpa/bb) - Das Brandenburger Gesundheitsministerium (MSGIV) will den Vertrag für die Nutzung der Luca-App nicht verlängern. Die Gründe dafür seien Datenschutzprobleme und die Tatsache, dass nur eines der 18 Gesundheitsämter laut einer Umfrage vom vergangenen Jahr die App regelmäßig nutze, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Freitag nach einer Kabinettssitzung auf Nachfrage. "Von daher unsere Empfehlung aus dem MSGIV, den Vertrag zu beenden", sagte Nonnemacher. Zuvor hatte die "B.Z." darüber berichtet.

Brandenburg hat rund eine Million Euro für die einjährige App-Nutzung in 18 Gesundheitsämtern bereitgestellt, der Vertrag läuft bis Ende März. Die Luca-App soll Restaurantbesitzern und Event-Veranstaltern helfen, die in den meisten Bundesländern gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Kontakte der Besucher ohne Zettelwirtschaft zu erledigen. Sie kann direkt mit den Gesundheitsämtern verbunden werden. Auch Impfnachweise können hinterlegt werden.

Schleswig-Holstein lässt die Lizenz nach Angaben des Landkreistages auslaufen, weil die Corona-Landesverordnung keine Pflicht mehr zur Erhebung der Kontaktdaten beinhaltet. Bremen will den Vertrag laut Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) kündigen, weil der Einsatz der Luca-App bei der Kontaktnachverfolgung keinen großen Mehrwert gezeigt habe.

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Quelle: DPA