Einigung mit Gericht und Staatsanwaltschaft

Loveparade-Prozess gegen sieben Angeklagte eingestellt – drei weitere kämpfen für einen Freispruch

Bei der Loveparade im Juli 2010 in Duisburg wurden 21 junge Menschen zu Tode gedrückt.
Bei der Loveparade im Juli 2010 in Duisburg wurden 21 junge Menschen zu Tode gedrückt.
© dpa, Erik Wiffers, fre mhe gfh ve axs

06. Februar 2019 - 15:36 Uhr

Keine Strafen oder Auflagen

Für sieben Angeklagte ist der Prozess um die Duisburger Loveparade-Katastrophe zu Ende. Sie stimmten zu, das Verfahren einzustellen - wie auch das Gericht und die Staatsanwaltschaft zuvor. Strafen zahlen oder Auflagen beachten müssen sie nicht, wie das Gericht am Mittwoch bekanntgab. Drei Angeklagte, die eine Geldauflage in Höhe von etwa 10.000 Euro hätten zahlen sollen, lehnten eine Einstellung hingegen ab. Gegen sie geht der Prozess nun weiter.

Mitarbeiter des Veranstalters wollen als unschuldig gelten

Bei der Loveparade im Juli 2010 in Duisburg waren in einem Gedränge 21 junge Menschen zu Tode gedrückt und mehr als 650 verletzt worden Der Prozess begann im Dezember 2017. Allen Angeklagten wurden unter anderem fahrlässige Tötung und schwere Planungsfehler vorgeworfen.

Angeklagt waren neben vier Mitarbeitern des Veranstalters Lopavent, auch sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg. Diese sechs sowie ein Lopavent-Mitarbeiter erklärten sich mit der Einstellung einverstanden, während die drei anderen dafür kämpfen, dass ihre Unschuld festgestellt wird. "Er verzichtet nicht auf sein Recht, freigesprochen zu werden", hatte die Anwältin eines Angeklagten erklärt.

Das sind die zehn Angeklagten im Loveparade-Prozess

Auf Seiten der Stadt Duisburg war unter anderem der ehemalige Planungsdezernent Jürgen Dressler angeklagt. Er stand der Loveparade laut "derwesten.de" kritisch gegenüber, zog aber keine Konsequenzen. Auch Anja G. (Leiterin des Amtes für Baurecht) versuchte vier Wochen vor der Veranstaltung, diese zu verhindern. Sie war wie die Mitangeklagten – Abteilungsleiter Raimund D., Sachgebietsleiter Ralf J. und die Sachbearbeiter Peter G. und Ulrich B. – für die Genehmigung der Loveparade zuständig.

Vom Loveparade-Veranstalter Lopavent saßen Organisationschef, Kersten S., Produktionsleiter Stephan S., Sicherheitschef Lutz W. und der technische Leiter Günter S. auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, nicht für ein geeignetes Zu- und Abgangssystem gesorgt zu haben.