Lothar Keller: "Brauchen mehr Druck auf Tunesien und Marokko"

23. Dezember 2016 - 7:02 Uhr

Lothar Keller, der politische Chefkorrespondent von RTL, findet, dass die Bundesregierung die falschen Prioritäten setzt. Anstatt Menschen in das wirklich gefährliche Afghanistan abzuschieben, sollte die Politik den Druck auf die Regierungen Tunesiens und Marokkos erhöhen. Denn diese Länder seien keine Bürgerkriegsländer und es sei nicht korrekt, dass Deutschland keine Chance habe, Straftäter in ihre Herkunftsländer zurückzuschicken.

Ins gleiche Horn blies auch Grünen-Chef Cem Özdemir. Er macht den tunesischen Behörden wegen der gescheiterten Abschiebung des Terrorverdächtigen Anis Amri Vorwürfe. Das Verhalten der tunesischen Stellen in dieser Sache sei "ärgerlich", sagte Özdemir der 'Bild'-Zeitung. "Es kann nicht sein, dass manche Länder über Unterstützung dankbar sind, aber sich weigern, Verbrecher aus ihren Ländern wieder aufzunehmen." 

Migranten wie Amri, die als sogenannte Gefährder identifiziert worden seien, müssten künftig schneller abgeschoben werden, forderte Özdemir. "Wenn eine kürzlich eingereiste Person hierzulande gegen den Westen und seine Werte Anschläge verüben kann und damit das Leben meiner Mitbürger gefährden kann, sehe ich wenig Argumente, warum so eine Person bei uns bleiben soll."