"Loser" Wladimir Klitschko: "Habe Boxen nicht geliebt"

31. Juli 2018 - 9:06 Uhr

Klitschko und Boxen - keine Liebe auf den ersten Blick

Überraschendes Geständnis von Wladimir Klitschko: Der ehemalige Schwergewichts-Weltmeister hat in einem Interview verraten, dass er anfangs das Boxen nicht geliebt und sich zeitweise als Loser gefühlt habe.

Boxen für Klitschko ein Weg aus dem Käfig Sowjetunion

Ex-Weltmeister Wladimir Klitschko hat eingestanden, den Boxsport zu Beginn seiner Karriere vor allem als Weg in die Freiheit angesehen zu haben. "Ich habe Boxen nicht geliebt", sagte der 42-Jährige im Interview mit t-online.de über seine Anfangszeit und erklärte: "Ich war in der Sowjetunion in einer Art Käfig. Reisen war unmöglich, außer, wenn du Politiker warst - oder Sportler. Mein Bruder Vitali war schon durch das Kickboxen viel gereist und ich habe erkannt: der Sport, das Boxen, ist mein Weg, diesen Käfig zu verlassen."

Der Sport sei daher mehr Mittel zum Zweck gewesen. "Ich habe die Rolle eines Profi-Boxers eingenommen. Ich bin kein geborener Boxer", sagte Klitschko, der 2017 seine Karriere beendet hatte. Erst Trainer-Legende Emanuel Steward habe seine Einstellung verändert: "Er hat mir die Liebe zum Box-Sport vermittelt, weil er mir zeigte, dass es um mehr geht, als nur um Draufhauen."

Vom Champions zum Loser in zwei Kämpfen

Wladimir Klitschko
Wladimir Klitschko gezeichnet nach der Niederlage gegen Corrie Sanders
© Imago Sportfotodienst

Als Tiefpunkte seiner Karriere beschreibt er die überraschenden Niederlagen gegen Corrie Sanders und Lamon Brewster 2003 und 2004. "Ich war der Champion - und dann kamen plötzlich zwei Niederlagen innerhalb eines Jahres. Ich war der Loser der Klitschko-Brüder. Die Zeiten waren brutal schwer. Mein eigener Bruder sagte mir: 'Du musst mit dem Boxen aufhören.'"

Er selbst habe aber nie Zweifel an der Fortsetzung seiner Laufbahn gehabt, zumal vor allem Brewsters K.o.-Demütigung einen Wendepunkt in seiner Karriere darstellte. "Es war eine innere Überzeugung, dass ich weitermache, obwohl ich nichts mehr hatte: keinen Promoter, keinen Fernsehsender, der meine Kämpfe übertragen wollte, keinen Bruder im selben Business", sagte Klitschko.